Jugendgottesdienst auf dem Mariahilfberg
Die Welt so nicht vorgestellt

Über Flucht und Vertreibung aus der Heimat berichtete Antoni. Er sei sehr froh, dass er in der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit aufgenommen wurde. Rechts Gerhard Pöpperl.

Barmherzigkeit und die Heilung zerbrochener Herzen standen am Mittwoch im Mittelpunkt des Jugendgottesdienstes auf dem Mariahilfberg. Die Gestaltung oblag der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit.

Amberg. (gfr) Da wollte Sarah ihrer Freundin Lea ein Puzzle in Form eines Herzens schenken, doch Lea war unachtsam, stieß mit der Hand an das Spielzeug, und die gefühlten 1000 Teile flogen auseinander. Kaplan Adam Karolczak sagte, dass auf der Welt viele Herzen zerbrechen.

Gewalt und schlimme Situationen seien an der Tagesordnung, aber die meisten würden einfach wegschauen. So habe sich Jesus die Welt nicht vorgestellt und er erwarte von uns einen anderen Umgang mit den Menschen. Karolczak zitierte des Matthäus-Evangelium, nach dem alle Völker zusammengerufen und vom Herrn schließlich voneinander geschieden werden, so wie der Hirte Schafe und Böcke trenne.

An die Menschen zur rechten Seite gewandt, meint Christus, dass sie ihm zu essen gegeben haben, als er hungrig war, dass sie ihm zu trinken gaben, als er durstig war und dass sie ihn aufgenommen haben, als er fremd und obdachlos war. Das Evangelium endet mit der Aussage Gottes, dass alles, "was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, ihr mir getan habt".

Nicht von der Kanzel herab predigte der ehemalige Kaplan Gerhard Pöpperl, mittlerweile Direktor und zum Leiter der Diözesanstelle Berufungspastoral und Gebetsgemeinschaft für Berufe der Kirche aufgestiegen. Am Fuße der Stufen zur Bergkirche gestaltete Pöpperl seine Predigt in Interview-Form.

Er befragte Antoni, der aus Afrika kommt, von Libyen aus zwei Wochen im Schlauchboot auf dem Mittelmeer unterwegs war, bevor er in Italien ankam. Erkrankt war der Bub. Er konnte in Italien nicht behandelt werden und kam dann über München und Nürnberg nach Amberg, wo er in der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit Anschluss fand und dankbar ist, dass er hier in Deutschland sein kann.

Diakon Peter Bublitz berichtete aus seiner Arbeit als Notfall-, Gemeinde- und Gefangenenseelsorger. Den größten Fehler könne man machen, so Bublitz, wenn man einen Kranken nicht besucht. Mit der einfachen Frage, was man für ihn tun könne, komme ein Gespräch in Gang. Obdach geben, war das Thema für Christina Preuß aus Ammersricht, die bekannte, dass sie mit keinem tauschen wolle, der Flucht und Vertreibung hinter sich hat. Zusammen mit weiteren Jugendlichen engagiere sie sich in Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur für Flüchtlinge.

Zusammenfassend meinte Pöpperl, dass jeder Mensch, unabhängig von Hautfarbe oder Religion, barmherziges Miteinander verdiene. Aber jeder Mensch müsse auch in der Lage sein, sich anderen gegenüber barmherzig zu verhalten. Musikalisch umrahmt wurde der Jugendgottesdienst von einem Chor Jugendlicher aus der Pfarrei H. Dreifaltigkeit.
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