Jura Fleisch verlegt Zerlegebetrieb nach Neumarkt
Schlachthof stellt Betrieb ein

Seit dieser Woche wird im Amberger Schlachthof nicht mehr geschlachtet. Die Stadtbau Amberg als Eigentümerin der Liegenschaft macht sich schon Gedanken über eine Nachfolgenutzung.
 
Nach 19 Jahren ist Jura-Fleisch in Amberg Geschichte. Bis zum 31. Dezember werden die Neumarkter ausziehen. Bilder: Hartl (2)

Der Mietvertrag ist zum 31. Dezember gekündigt, doch der Schlachthof hat diese Woche schon seinen Betrieb eingestellt. Konrad Herrmann, Geschäftsführer der in Neumarkt ansässigen Jura-Fleisch, begründet dies so: Der Umbau für den Zerlegebetrieb am Firmensitz sei schon fertiggeworden.

Wie bereits ausführlich berichtet, hat Jura-Fleisch aus Neumarkt den Mietvertrag für den Schlachthof zum 31. Dezember gekündigt. Dass der Betrieb aber bereits diese Woche eingestellt wurde, kam für viele Amberger Metzger dann aber doch überraschend.

Den Herbst genannt


Wie Konrad Herrmann, Geschäftsführer von Jura-Fleisch Neumarkt, erklärt, wüssten sie jedoch bereits seit Jahresbeginn, dass der Schlachtbetrieb im Herbst eingestellt wird. Dass es diese Woche schon so weit war, begründete er mit den Maßnahmen am Hauptstandort in Neumarkt, wo künftig der Zerlegebetrieb angesiedelt sein wird: Man sei mit dem Umbau jetzt schon so weit.

"Dass wir das nicht bis zum letzten Moment machen, das war klar", betont Herrmann. Geschlachtet hat Jura-Fleisch nach seinen Angaben zuletzt in Amberg rund 300 Schweine und bis zu 50 Großtiere pro Woche. Allerdings hätten sich die Mengen in der letzten Zeit leicht reduziert. Wann genau Jura-Fleisch endgültig ausziehen wird, konnte er nicht sagen. "Wir werden bis 31. Dezember das Feld verlassen haben, bis dahin haben wir Zeit."

Eigentümerin der Liegenschaft ist seit 1. Januar 2006 die Stadtbau. Wie deren Geschäftsführer Maximilian Hahn erläuterte, hätte sich der Vertrag mit Jura-Fleisch um weitere fünf Jahre verlängert, hätte der Pächter nicht gekündigt. Dies sei kurz vor dem 30. Juni geschehen.

Für eine Nachfolgenutzung sieht Hahn prinzipiell drei Möglichkeiten. Eine wäre, dass der Schlachthof weiter ein Schlachthof bleibt. "Das wäre uns am liebsten", gesteht Hahn, rechnet aber, dass die Chancen dafür "bescheiden" sind.

Die Tendenz nämlich gehe zu Schlachtindustriebetrieben, und dafür sei die Immobilie in Amberg (Jura-Fleisch nutzte 3700 Quadratmeter Fläche) zu klein. "Das sind heutzutage riesige Anlagen", weiß Hahn. Außerdem seien heutzutage die Schlachtzahlen nicht mehr so zu erwarten, wie noch vor Jahren. Trends wie eine vegane Ernährung würden sich fortsetzen, der Fleischkonsum gehe zurück. Eine weitere Option wäre, die Gebäude abzureißen und freizumachen für eine gewerbsmäßige Nutzung wie beispielsweise Supermarkt oder auch Autohaus. Dafür würde laut Hahn die gute Frequenz an dieser Stelle sprechen. Für Wohnen sei das Areal nicht geeignet: "Da hat man hinten die Bahn und vorne die Straße."

Disco oder Kletterhalle


Dritte Möglichkeit sei, die bestehenden Gebäude zu belassen und für den Schlachthof ein neues Nutzungskonzept zu entwickeln, das in Richtung Eventcharakter geht. Diesbezüglich sei vieles vorstellbar, "von Disco bis Kletterhalle". Dafür müsse man sich die Gebäude im Detail anschauen. "Das geht natürlich erst, wenn der Mieter die Schlüssel übergeben hat." Beurteilt werden müssten der Zustand und die Raumaufteilung. "Erst dann kann man entscheiden, ob man ein Nutzungskonzept macht oder einen Totalabbruch."

Vorteile sieht Hahn im Standort: "Wir haben außen rum Stellplätze, das Areal ist altstadtnah, der Bereich sehr frequentiert."
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