Jura-Werkstätten feiern Richtfest
Halbzeit auf Mega-Baustelle

Richtfest im 15,6 Millionen Euro teueren Neubau der Jura-Werkstätten: Die Mitarbeiter freuten sich über den Fortschritt auf der Baustelle ihres künftigen Arbeitsplatzes. Der Einzug ist im August 2017 geplant. Bilder: Wolfgang Steinbacher (2)

Die Abdeckplanen flatterten im Wind, die Jura-Band übertönte mit dem Song "Tage wie dieser" von den Toten Hosen das Knattern und die Gäste verbreiteten ansteckend gute Laute: Am Donnerstag inspizierten Menschen mit Behinderung ihre künftigen Arbeitsplätze in einem 15,6 Millionen Euro teueren Neubau.

Zu sehen gab es Rigips-Platten, Betonböden und nackte Holzbalken - den Rohbau. Die Lebenshilfe Amberg-Sulzbach hatte zum Richtfest der Jura-Werkstätten an die Hans-Thoma-Straße geladen. Aus der benachbarten Produktionsstätte kamen über Hundert Mitarbeiter auf die Baustelle. Sie beklatschten den Richtspruch von Hermann Dannecker von der Firma Wiehag Holzbau aus Österreich, der Glück und Segen für das Projekt bringe. Auf der Mega-Baustelle lielf nach Angaben von Lebenshilfe-Vorsitzendem Eduard Freisinger bisher alles nach Plan. Den größten Teil der insgesamt 8700 Quadratmeter Grundfläche wird die ebenerdige Produktion samt Lager einnehmen. "Für den Bauherren ist so ein Richtfest etwas ganz besonderes. Es ist die Halbzeit."

Nächstes Jahr im Oktober wollen wir die Einweihung feiern. Aber bitte mit besserem Wetter.Lebenshilfe-Vorsitzender Eduard Freisinger

Bezirkstagspräsident Franz Löffler sprach stellvertretend für OB Michael Cerny, stellvertretenden Landrat Franz Birkl und Bezirkstagspräsident Richard Gaßner. Er bezeichnete den Schritt zum Neubau als 100 Prozent richtige Entscheidung. "Wir reden heute viel von Integration. Wo geht das besser, als mit Arbeit?" Das Grundstück selbst bekam die Lebenshilfe über eine Tauschaktion mit der Bayernland e.G. Die alten Jura-Werkstätten-Gebäude werden abgerissen und als potenzielle Erweiterungsfläche für die Amberger Käserei genutzt. Die Lebenshilfe Amberg-Sulzbach hat mit dem Projekt an der Hans-Thoma-Straße nicht die einzige Baustelle. In Planung ist auch ein Erweiterungsbau mit Architekt Hannes Norcross aus Regensburg für die grüne Gruppe der Jura-Werkstätten in Sulzbach-Rosenberg. Für eine Million Euro soll dort ein Neubau entstehen, der Spatenstich ist im Herbst geplant. (Angemerkt)

Zahlen und FaktenGrundstücksgröße: 18 000 Quadratmeter.

Grundfläche Neubau: 8700 Quadratmeter.

Bauträger: Lebenshilfe Amberg-Sulzbach.

Architekturbüro: Harth + Flierl

Bereiche: Produktion, Unterrichtsräume, Lehrwerkstätten, Schulküche, Verwaltung, Sozialdienst, Speisesaal.

Arbeitsplätze: 355 für Menschen mit Behinderung plus 24 Förderstättenplätze für Menschen mit Schwerstbehinderung, plus 200 für Menschen in der Verwaltung.

Kosten: 15,6 Millionen Euro, gefördert durch Bezirk, Zentrum Bayern Familie und Soziales, Arbeitsagentur, Sozialministerium, Bayerische Landesstiftung; die Lebenshilfe muss 40 Prozent selber tragen. Hinzu kommt die Förderstätte für 2,1 Millionen Euro. (roa)
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