Kampf gegen den Klimawandel
Prioritätenliste der Stadt Amberg

Dr. Bernhard Mitko. Bild: Huber
 
Die Umstellung auf LED seit 2011 spart der Stadt bares Geld: Bei der Straßenbeleuchtung wurden 23 Prozent weniger und bei den Lichtsignalanlagen sieben Prozent weniger Strom verbraucht. Bild: Hartl

Der Klimawandel ist nicht mit einem Streich aufzuhalten. Wer ein Haus baut oder saniert, macht sich zum richtigen Zeitpunkt Gedanken, wo der CO2-Ausstoß reduziert und Bares eingespart werden kann. Für eine Kommune gilt der gleiche Schritt-für-Schritt-Denkansatz, natürlich in weitaus größerem Stil.

Vor vier Jahren brachte der Stadtrat ein Klimaschutzkonzept auf den Weg. Wenige Monate später wurde damit begonnen, diese Aspekte umzusetzen. Immer wieder wurden Zwischenergebnisse präsentiert, zuletzt im Umweltausschuss von Umweltreferent Dr. Bernhard Mitko.

Welche Projekte auf der Prioritätenliste des Klimaschutzkonzeptes hielten das, was sie an Einsparungen versprachen?

Dr. Bernhard Mitko: Das war die sukzessive Umstellung auf LED-Beleuchtung. Das ist der Bereich, wo man den größten Erfolg erreichen kann und wo sich die Ausgaben schnell amortisierten.

Wo erzielte die Stadt den größten Einsparungseffekt?

Mitko: Bei der Umstellung auf Ökostrom. Das reduziert rein rechnerisch den CO2-Ausstoß enorm. Die Verbrauchswerte für die CO2-Bilanz sind deshalb eigentlich gar nicht mehr relevant.

Er kostet allerdings auch mehr.

Mitko: Das ist richtig, er ist ein bisschen teuerer, aber man müsste sehr, sehr viel mehr in beispielsweise Wärmedämmung investieren, um diese CO2-Einsparung zu erreichen, die durch den Ökostrom bewirkt wird. Deswegen der Tipp an die Privathaushalte: Eine Umstellung auf Ökostrom ist wirklich das Allerbeste.

Was ist Öko an diesem Strom?

Mitko: Er wird von den Stadtwerken aus den in Amberg befindlichen wärmegeführten Blockheizkraftwerken und aus zertifizierten Anlagen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, bezogen.

Wurden Photovoltaikanlagen in der Vergangenheit überschätzt?

Mitko: Nein. Wir kommen aber langsam an das Ende der Freiflächen auf städtischen Gebäuden. Doch Photovoltaikanlagen rentieren sich immer noch. Zwar sind die Subventionen zurückgegangen, aber auch die Modulpreise an sich. Hier muss der Klimaschutzmanager noch gezielt Werbung bei den Bürgern machen.

Was sind die primären Aufgaben des künftigen Klimaschutzmanagers?

Mitko: Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem Dinge, die wir noch nicht im Konzept hatten. Zum Beispiel die gezielte Information für Bürger über Wärmedämmung oder Stromeinsparungen. Gerade in diesen Bereichen gibt es einiges an Potenzial.

Wann soll er kommen?

Mitko: Das hängt von einem gestellten Förderantrag ab. Sobald dieser bewilligt wird, kann eine Ausschreibung erfolgen. Das müsste in absehbarer Zeit passieren.

Haben Sie die Ergebnisse in Sulzbach-Rosenberg mitverfolgt?

Mitko: Ja, dabei ging es aber nicht darum, ob die Stadt einen Klimaschutzmanager will, sondern ob man nach Ablauf der befristet geförderten Stelle noch effektive Aufgaben hat. Die Phase, in der sich die Stadt Sulzbach-Rosenberg befand, haben wir noch vor uns.

Woran wird künftig verstärkt gearbeitet?

Mitko: An einem kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk. Es wurde ein Vertrag zwischen der Stadt Amberg und dem Institut für Energietechnik an der OTH Amberg geschlossen. Ziel der Netzwerkarbeit ist, mittels Steigerung der Energieeffizienz eine Reduzierung der Energiekosten und der CO2-Emissionen zu erreichen. Da geht es von der Heizungsanlage bis zur Steckdose. Es wird zum Beispiel untersucht, inwieweit wir bei der Wärmedämmung noch Verbesserungen erreichen können. Gerade bei Schulen gibt's noch etliche Gebäude, wo diese noch anstehen.

Wie hoch sind die Einsparungen bisher?

Mitko: 2011 lag der Stromverbrauch bei städtischen Immobilien bei 2,9 Gigawattstunden. 2015 haben wir 2,66. Das ist eine Reduzierung um sieben Prozent. Bei der Straßenbeleuchtung wurden sogar 23 Prozent eingespart. Bei den Lichtsignalanlagen ebenfalls sieben Prozent. Der Energieverbrauch Wärme reduzierte sich in diesem Zeitraum um 16 Prozent.
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