Kinderschutzbund mit vielen Aufgaben
Paten unterstützen die Familien

In ihren Händen liegt der Ortsverband Amberg des Deutschen Kinderschutzbundes (von links): die Beisitzerinnen Kathrin Fischer und Gabi Donhauser, die stellvertretenden Vorsitzenden Monika Höhne und Tanja Hartmann, Vorsitzende Brigitte Breitfelder, Schriftführerin Daniela Bernschneider sowie die Beisitzerinnen Brigitte Aufschneider und Elke Engelen. Bild: gf

Auf seine Leistungen ist der Kinderschutzbund stolz. Seine Paten betreuten etwa 30 Familien mit über 60 Kindern. Doch die Organisation leistet noch viel, viel mehr.

Bei der Jahreshauptversammlung des Orts- und Kreisverbandes ging Vorsitzende Brigitte Breitfelder auf das Projekt der Familienpaten ein. Diese hatten unter der Leitung von Sozialpädagogin Birgit Peschke etwa 30 Familien mit über 60 Kindern, darunter auch welche mit fünf und mehr Kindern betreut.

Elf sprechen Russisch


Derzeit können 23 deutschsprachige Familienpaten eingesetzt werden, weitere elf beherrschen Russisch. Arabisch sprechende Frauen für die Arbeit als Paten zu gewinnen, sei noch sehr schwierig, so Breitfelder. Familienpatinnen seien auch für die bei den Jugendämtern angesiedelten koordinierende Kinderschutzstellen tätig, die Hilfe für Mütter, Väter und werdende Eltern anbieten. Der Kinderschutzbund stellte nach Worten seiner Vorsitzenden eine Zunahme beim begleitenden Umgang fest. 12 Familien aus Amberg, 23 aus dem Landkreis sowie 3 weitere aus den Bereichen Weiden und Bayreuth seien Zusammentreffen von Eltern, Vätern, Pflegeeltern, aber auch Großeltern in den Räumen des Kinderschutzbundes ermöglicht worden. Durch die Umgestaltung des Besprechungszimmers sei dafür eine Wohlfühl-Atmosphäre geschaffen worden.

In der Wichtelburg


Eine Eltern-Selbsthilfe-Gruppe mit "Kindern, die aus dem Rahmen fallen" (etwa mit Asperger-Syndrom) leitet Schriftführerin Daniela Bernschneider. Eine Ad-hoc-Kinderbetreuung gebe es in der Wichtelburg mit Spielzimmer und Ruheraum. Seit über 20 Jahren existiert dieses Angebot für Mädchen und Jungen ab eineinhalb Jahren. Im Schnitt kämen bis zu neun Kinder täglich.

Der Kurs für Trennungs- und Scheidungskinder falle wegen mangelnder Nachfrage aus. "Pfundigen Kindern" könnte bei Bedarf von Monika Höhne, stellvertretende Vorsitzende und Ökotrophologin, mit Ernährungstipps geholfen werden. Bei der Spielplatz-Rallye betreut der Kinderschutzbund den Platz am Schießstätteweg, auch beim Sommerfest auf dem LGS-Gelände und der Ausstellung "Klang meines Körpers" im Jugendzentrum ist der Kinderschutzbund mit von der Partie. Breitfelder verwies auf die Babysitter-Ausbildung durch eine Sozialpädagogin und eine Kinderkrankenschwester. Für den verhinderten Schatzmeister Dr. Hans-Martin Biehler legte Breitfelder auch das Zahlenwerk vor. Die Gesamteinnahmen erhöhten sich ihrer Aussage nach um etwa 12 000 Euro auf fast 260 000 Euro, die Ausgaben seien um 1,35 Prozent auf über 220 000 Euro angestiegen. Die wirtschaftliche Lage ermögliche es dem Kinderschutzbund, die in früheren Jahren verwendeten Rücklagen im Geschäftsjahr 2015 zurückzuführen.

Nachdenken über eine AußenstelleHeuer steht nach Angaben von Kinderschutzbund-Vorsitzender Brigitte Breitfelder die Ausbildung von Familienpaten und Betreuerinnen beim begleitenden Umgang, Erzieherinnen und Leiterinnen von Elternkursen im Vordergrund. Die Räume für den begleitenden Umgang sollen neu gestaltet werden, außerdem werde das Konzept der Kinderbetreuung überarbeitet, ein Familiencafé sei in Planung. Da einige Familienpatinnen im ehemaligen Landkreis Sulzbach wohnen, werde über eine Außenstelle des Kinderschutzbundes in Sulzbach-Rosenberg nachgedacht. Dadurch ließen sich hohe Fahrtkosten einsparen, würde gleichzeitig die Präsenz in Sulzbach-Rosenberg gesteigert. Breitfelder erwähnte die veraltete Büroausstattung der Geschäftsstelle. Neue Software tue sich schwer auf den alten Rechnern, dem Drucker müsse vielfach gut zugeredet werden, so Breitfelder. Die Planung von Einnahmen und Ausgaben orientiert sich laut Vorsitzender am Haushalt 2015. Doch mehr Bußgelder, Spenden und Zuschüsse würden dem Kinderschutzbund bei der Bewältigung seiner immer umfangreicheren Aufgaben gut tun. (gfr)


Für starke KinderDer Kinderschutzbund führte im vergangenen Jahr nach Angaben seiner Vorsitzenden Brigitte Breitfelder gut 50 Beratungsgespräche für Jugendliche und Erwachsene. Immer öfter kämen auch Großeltern.

Ein Kurs "Starke Eltern - starke Kinder" wurde in russischer Sprache angeboten, aber deutschsprachige Sozialpädagoginnen seien Mangelware. Seit 2006 gebe es dieses Angebot, sagte Breitfelder. Gut 800 Menschen hätten seitdem diese Erziehungsunterstützung wahrgenommen. (gf)
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