Kindertheater-Festival geht weiter
Räuber Hotzenplotz schlägt wieder zu

Sabine Mittelhammer in Aktion: Die Oma von Kasperl und Seppl wird vom Räuber Hotzenplotz (links) überfallen - er klaut ihre heißgeliebte Kaffeemühle. Bild: Steinbacher

Die Oma mahlt Kaffee, wenn sie sich entspannen will, nachdenken muss oder wütend ist - also eigentlich immer. Deshalb ist der gut gefüllte Saal beim Kinder-Theaterfestival natürlich entsetzt, als der Räuber Hotzenplotz die Kaffeemühle klaut. Doch der hat die Rechnung ohne Kasperl und Seppel gemacht.

"Das Kinderpublikum ist viel direkter und ehrlicher. Als Darsteller merkt man sofort, ob sie sich noch konzentrieren oder schon langweilen", erzählt Sabine Mittelhammer. Doch Langeweile kommt während ihrer Aufführung im Jugendzentrum gar nicht erst auf.

Die Kleinen singen mit, rufen gemeinsam nach der Polizei, warnen die Oma vor dem Räuber Hotzenplotz und lachen, als Kasperl und Seppel dem bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann falsche Namen geben. Sabine Mittelhammer spielt selbst die Großmutter und haucht den Puppen Leben ein. Dabei wird jedem Charakter eine eigene Stimme und ein eigener Dialekt zuteil. So redet Seppel bayerisch und Kasperl hat eine freche Berliner Schnauze. Der Magier hingegen scheint aus Osteuropa zu stammen. Zusätzlich untermalt die Schauspielerin das Stück mit viel Musik.

Mittelhammer spielt Ukulele und Akkordeon, singt als Oma von ihrem geliebten kalten Kaffee und rappt als Zauberer Zwackelmann über seine fehlende Fähigkeit, Kartoffeln zu schälen. Neben der musikalischen Inszenierung sorgt die Puppenspielerin für kleine Spezialeffekte. So regnet es Konfetti, wenn gezaubert wird. Per Kurbel verändert sie den Schauplatz vom Haus der Oma über den Wald bis hin zur Hütte des Räubers und dem Schloss von Petrosilius.

Als freischaffende Künstlerin spielt die Darstellerin mit ihrer Gruppe Handmaids Stücke für Jung und Alt. "Kindertheater muss genauso ernst genommen werden, wie Theater für Erwachsene. Und sollte nicht weniger anspruchsvoll sein."

Das sagt die Kinder-JuryDie Kinder erzählen, was sie als Jury toll finden und welche Schwierigkeiten sie bei der Bewertung haben.

"Alle Stücke anzuschauen, ist super."

"Die Aufführungen sind schwer zu vergleichen, weil die Stücke und Darstellungen so unterschiedlich sind."

"Toll ist auch, dass wir schulfrei bekommen."

"Die Bewertung ist schwierig, weil immer was anderes ist, aber mit den Fähnchen geht das ganz gut."

"Bei unserer Beurteilung ist sehr wichtig, wie faszinierend die einzelnen Stücke für uns sind."
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