Klinikum Amberg weiht Neubau ein
Gigant aus Beton und Stahl

Die Klinikumsseelsorger Franz Mühlbauer (links) und Heinrich Arweck erbaten Gottes Segen.

Rund 14 000 Tonnen Beton und etwa 1165 Tonnen Stahl: Wofür dieses Menge Baustoff verwendet wurde, sahen die geladenen Gäste gestern Vormittag. Das Klinikum St. Marien weihte seinen vierten Bauabschnitt ein.

Klinikumsvorstand Manfred Wendl sah in diesem Bauabschnitt einen weiteren wichtigen Schritt für die Verbesserung der stationären medizinischen Versorgung der Patienten in der Region. Im vergangenen Jahr wurden seinen Worten nach in St. Marien so viele Menschen stationär behandelt wie noch nie zuvor, etwas mehr als 26 700 und damit über 800 mehr als im Vorfahr. Die Zahl der Geburten habe 2015 ebenfalls einen Rekordwert erreicht.

Spatenstich im April 2012


Wendl blickte zurück auf die Planungen für diesen Bauabschnitt. Spatenstich war am 11. April 2012. Einweihung sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr gefeiert werden, doch zwei Insolvenzen (die eines Fachplanungsbüros und die der Firma für die Hubschrauber-Dachlandefläche) machten diese Pläne zunichte. Die Abbrucharbeiten im Vorfeld überschattete laut Wendl ein Unglück. Mit einer Schweigeminute gedachten die geladenen Gäste des Auszubildenden einer Baufirma, der auf tragische Weise bei den Abbrucharbeiten ums Leben gekommen war.

Erheblicher Zeitgewinn


Wendl nannte nicht nur Zahlen zum Projekt (rund 50 000 Quadratmeter umbauter Raum und eine Nutzfläche von rund 5700 Quadratmetern), sondern erläuterte auch, welche Bereiche dort künftig untergebracht sind. Noch nicht fertiggestellt ist die Hubschrauber-Dachlandefläche, "die künftig das siebte Obergeschoss als höchsten Punkt im Klinikum markieren wird". Wendl sprach in Zusammenhang mit der Landefläche von einem erheblichen Zeitgewinn für Patienten, die per Hubschrauber gebracht werden.

Die Baumaßnahme kostet nach Angaben des Klinikumsvorstands rund 60 Millionen Euro. Der Freistaat fördere die Maßnahme mit 37 Millionen Euro. Das Klinikum sei im Umfeld der Bebauung am Berg sehr eingeengt, erklärte Michael Cerny, Oberbürgermeister und Vorsitzender des Verwaltungsrats von St. Marien. Deshalb sei es eine große Herausforderung gewesen, an dieser Stelle und bei laufendem Betrieb die Maßnahme umzusetzen. "Die Realisierung des Bauabschnitts war ein finanzieller Kraftakt für das Klinikum", betonte er und erklärte zugleich, dass dies ohne massive Zuschüsse sicherlich nicht möglich gewesen wäre. "Es wird für kommunale und regionale Krankenhäuser immer schwieriger, Investitionen zu tätigen."

Von der Hubschrauber-Plattform auf dem Dach verspricht er sich nochmals eine deutliche Verbesserung der Rettungskette. Der neue Gebäudeteil des Klinikums biete vor allem mehr Platz - sowohl für die Technik als auch für Mitarbeiter und Patienten. Das Ende der Baumaßnahmen am Klinikum ist mit dem vierten Abschnitt nicht erreicht. "Eine ewige Dom-Baustelle haben wir hier auch", erklärte Cerny dazu und nannte schon das nächste Projekt: Umbau und Erweiterung der Notaufnahme. "Das Wichtigste ist, dass die Patienten hier gut versorgt werden."

Mit Blick auf die insgesamt 16 Bundesländer stellte CSU-Landtagsabgeordneter Harald Schwartz fest: "Wir können stolz sein, wie die Krankenhaus-Landschaft bei uns in Bayern aussieht." Er betonte, wie wichtig die Gleichwertigkeit von Stadt und Land sei. "Optimale Versorgung für Patienten darf es nicht nur in München oder Nürnberg geben, sondern auch im ländlichen Raum."

"Vorzügliche Arbeit"


Allen am Bau Beteiligten bescheinigte Architekt Erhard Retzer, eine vorzügliche Arbeit geleistet zu haben. Für die palliativmedizinische Versorgung von Kindern überreichte er einen Scheck. Die Klinikums-Seelsorger Franz Mühlbauer und Heinrich Arweck erteilten dem Gebäude den kirchlichen Segen. Mit einer überdimensionalen Verbandsschere durfte OB Michael Cerny das symbolische Band zum Neubau durchtrennen.
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