Klinikum baut neue Weaning-Station für beatmete Patienten
Sechs Betten zum Abgewöhnen

Noch ist die neue Weaning-Station im Klinikum eine Baustelle, die sich der Verwaltungsrat von St. Marien kurz anschaute. Die Arbeiten liegen aber im Zeitplan, so dass die Abteilung 2017 Zug um Zug in Betrieb genommen werden kann. Bild: Hartl

Das Klinikum investiert gut 2,7 Millionen Euro in eine neue Weaning-Station. Wer jetzt tief durchschnauft und sich fragt, was das ist, liegt schon nahe am Thema. Denn hinter dem englischen Begriff verbirgt sich eine Entwöhnungsabteilung für Patienten, die künstlich beatmet werden.

Sie sollen hier lernen, wieder selbst zu atmen beziehungsweise muss ihre Lunge diese Tätigkeit selbstständig leisten. Das ist bei schwer Erkrankten oft nicht der Fall, sie müssen an diese Funktion erst erneut gewöhnt werden, was in St. Marien derzeit auf der Intensivstation gemacht wird.

Kapazitäten frei


Dort sind Betten oft allein für diesen Zweck gebunden, obwohl die Patienten wegen ihres sonstigen Zustands nicht mehr hier intensiv betreut werden müssten. Durch die Weaning-Station mit sechs Plätzen werden also diese Kapazitäten wieder frei, außerdem ist dort eine weitere Behandlung mit gezieltem Muskelaufbau, Ergo- und Atemtherapie möglich. Diese Hintergründe erläuterte Klinikumsvorstand Manfred Wendl in der Sitzung des Verwaltungsrats, der sich den aktuellen Baustand in der neuen Abteilung anschaute. Die Arbeiten liegen im Zeitplan, informierte Architekt Erhard Retzer. Das heißt, dass die handwerklichen Aktivitäten voraussichtlich bis Februar, März beendet sind und nach der Abnahme die Station "Zug um Zug" eröffnet werden kann, wie Wendl ankündigte.

In Nähe der Intensivpflege


Sie liegt nahe an der bestehenden Intensivpflege, wo früher Räume der allgemeinen und der Gefäßchirurgie sowie ein Untersuchungszimmer der Frauenklinik waren. Zwölf Planstellen sind hier laut Wendl vorgesehen, wobei die speziell für Weaning ausgebildeten Pflegekräfte nicht so leicht zu finden seien. Trotz ihrer hohen Kosten kann sich die Abteilung nach seiner Auskunft rechnerisch tragen, wenn die Auslastung stimmt. Es entstehen ein Doppel- und vier Einzelzimmer mit entsprechenden Schleusen sowie jeder Menge weiterer Technik und medizinischer Ausstattung.
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