Klinikum St. Marien erhält Landeplattform
Hauseigener Flughafen

Die Arbeiter auf der Plattform haben gelbe Schutzanzüge an, damit sie niemand übersieht.

Wer per Hubschrauber ins Klinikum St. Marien eingeliefert wird, muss umsteigen. Der Helikopter landet neben der alten Bahn-Drehscheibe am Galgenbergweg, wo ein Rettungswagen bereitsteht, der dann zur Notaufnahme fährt. Der holprige Anflug ist ab Juli vorbei.

"Wir hoffen, dass wir es bis dahin schaffen", sagt Klinikumsvorstand Manfred Wendl. Die Arbeiten liegen fast im Plan. Ende Juni schon könnte die Abnahme des Bauwerks durch das Luftamt Nordbayern erfolgen. Mit der quadratischen, 28 mal 28 Meter großen Landeplattform über den Dächern verfügt St. Marien quasi über einen kleinen, hauseigenen Flughafen - mit allem drum und dran.

Extra Feuerwehr


Sogar eine kleine Flughafen-Feuerwehr muss das Klinikum vorhalten. Für den Fall der Fälle stehen oben an der Plattform sechs Kubikmeter Löschschaum und zwei Spritzkanonen bereit. "Wir brauchen natürlich Personal, das entsprechend geschult ist", erklärt Wendl. Die Landefläche in luftiger Höhe ist mit einem Aufzug an darunterliegende Behandlungsräume und die Notaufnahme angeschlossen. Erst, wenn der Pilot das Signal gibt, dürfen die Klinik-Mitarbeiter die Tür zu einem Steg öffnen, der den Turm mit der Plattform verbindet. Sie müssen dabei vorsichtig sein: die Heli-Station ist nicht umzäunt. "Aus sicherheitstechnischen Gründen darf kein Geländer installiert werden. Das wäre beim Landeanflug theoretisch ein Hindernis für den Hubschrauber", sagt der Klinikums-Chef. Stattdessen werden rund um das Geviert etwa zwei Meter ausladend Netze installiert, die verhindern sollen, dass jemand abstürzt.

180 Tonnen schwer


Die Landefläche selbst setzen Arbeiter einer holländischen Spezialfirma, die hauptsächlich Arbeitsplattformen auf dem offenen Meer baut, gerade aus Aluminiumteilen zusammen. Die Konstruktion aus Querträgern und Pfeilern ist aus Stahl. Zusammen bringt es der Aufbau auf ein Gewicht von rund 180 Tonnen. Um diese Last tragen zu können, mussten die darunterliegenden Gebäude teilweise statisch ertüchtigt werden.

Das Projekt schlägt mit Kosten von rund 3,7 Millionen Euro zu Buche. Wobei sich der Freistaat Bayern sehr großzügig zeigt. Er fördert den Bau der Plattform zu nahezu 100 Prozent. Derzeit verzeichnet das Klinikum etwa 100 Anflüge pro Jahr, meist durch den in Weiden stationierten Rettungshubschrauber Christoph 80. "Im Sommer ist die Zahl der Anflüge höher, weil es länger hell ist und die Helikopter ja nur bei Tageslicht starten und landen dürfen." Wendl rechnet damit, dass die Zahl der Landungen nach der Eröffnung steigt.
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