Kolumne: OTon
A Gwand für allerweil

Mei, haben wir Mädels und Frauen in der Oberpfalz ein Glück, dass wir das Dirndl haben - Ein Kleid, das zu beinahe jedem Anlass und vor allem zu jeder Figur passt und immer fesch ausschaut. (Foto: wih)

Es ist Mitte Mai, die Sonne lacht, der Sommer ist da! Da ist es an der Zeit für die Frauen in Bayern und der Oberpfalz, ein besonderes Kleid wieder aus dem Schrank zu holen.

Eines, das zu beinahe jedem Anlass passt. Der 80. Geburtstag von Opa Rudolf oder der 30. der besten Freundin? Warum nicht! Eine Taufe? Schick. Hochzeit? Na freilich. Sonntagmittag im Wirtshaus? Passt. Und an der Kirwa ist dieses Kleidungsstück - seit ich mit 14 oder 15 Jahren mein erstes bekommen habe - für mich sowieso Pflicht.

Früher ein reines Arbeitsgewand ohne viel Schnickschnack, gibt es heute sehr festliche Modelle und viele verschiedene Ausführungen. Kurz, midi - also knieumspielend - oder knöchellang. Mit Reißverschluss oder Knöpfen. Hochgeschlossen oder ausgeschnitten. Schlicht aus Baumwolle oder glänzend und aufwendig bestickt. Nackert drunter oder über eine Bluse getragen. Auch da gibt es traditionelle und moderne Varianten: Mit langen Ärmeln, als Carmenbluse oder gar in schwarz. Die eine findet das vielleicht greislich, die andere freut sich über die Auswahl.
OTon Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.
Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.


Manche Frauen kombinieren Stöckelschuhe dazu, die anderen Haferlschuhe, Ballerinas, Sandalen oder Chucks. Hängt wohl auch davon ab, durch welche Wiese "Frau" stöckeln muss oder wie wild in der Nacht getanzt werden soll. Wenn es frisch wird, sieht man Frauen, die Strickjacken, Wollwesten oder auch Jeansjacken überziehen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das traditionsreiche Kleid erfindet sich immer wieder neu, geht mit der Zeit und bleibt trotzdem irgendwie gleich. Junge Mädchen packen die Kleider ihrer Mütter oder Großmütter aus. Auch bei uns daheim ist das Kleid, das meine Mama sich vor 40 Jahren selbst genäht hat, das schönste. Sie kommen einfach nicht aus der Mode. Auch ich habe noch mein erstes - obwohl im Laufe der Jahre schon das ein oder andere hinzugekommen ist - und es gefällt mir auch nach über zehn Jahren noch immer. Nur mit der Größe ist das, zugegeben etwas schwierig ...

Männer, die sich ein bisschen auskennen, sehen gleich, ob der Schwarm noch zu haben ist. Oder ob sie sich den Versuch sparen können. Ein Blick auf die Schleife, mit der die Schürze gebunden ist, verrät es. Rechts gebunden bedeutet, dass die Trägerin bereits vergeben ist. Vorne links hat man noch Chancen bei ihr. Hinten in der Mitte sagt, sie ist verwitwet - oder Kellnerin. Obwohl bei den Frauen beim Zubinden schon auch manchmal Verunsicherung herrscht. Links, oder halt, doch rechts? Wie war das noch gleich?

Und dann steht dieses besondere Kleid auch noch einfach jeder Frau. Egal, welche Figur sie hat. Ob groß oder klein, dünn oder dick, kurvig oder nicht - im Dirndl schaut einfach jede fesch aus.
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