„Kommunales Energieeffizienznetzwerk“ startet an der OTH Amberg-Weiden
Millionen für Klärschlamm

Vertreter der OTH und der Städte und Landkreise freuen sich über die Auftaktveranstaltung. Darunter unter anderem: Der Neumarkter Oberbürgermeister Thomas Thumann (Sechster von links), OTH-Präsidentin Andrea Klug (Siebte von links), der Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny (rechts dahinter) und der Pfaffenhofener Landrat Martin Wolf (rechts daneben). Durch das Programm führte Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik (Fünfter von links). Bild: Hartl

Das Wirtschaftsministerium hatte das Förderprogramm gerade aufgelegt, da griff die OTH Amberg-Weiden schon zu: Die Hochschule sicherte sich die maximalen Geldmittel und schuf das größte kommunale Energieeffizienznetzwerk Deutschlands. Der Startschuss fiel im Senatssaal.

Professor Markus Brautsch hat die Gruppe in die Labore der OTH geführt. Ihn umringen Energieexperten aus ganz Nordbayern. Brautsch hält eine Einspritzdüse in die Luft. "Hier wird schon getestet, wie ein Motor mit dem Öl aus dem Klärschlamm zurecht kommen kann", erläutert der Forscher der OTH. Das Thema Klärschlamm hatte die Vertreter der Städte und Gemeinden besonders interessiert. Nach der Auftaktveranstaltung für das Kommunale Energieeffizienznetzwerk hatte der Professor den teilnehmenden Vertretern noch eine Führung durch die OTH gegeben. Die Vorstellung der Einspritzdüsen nutze er, um an einem Beispiel die Effizienzforschung des Instituts für Energietechnik (IfE) zu erklären.

Fachreferenten einbinden


Das Netzwerk ist das Größte seiner Art, wurde bei der Einführungsveranstaltung deutlich: Als die Bundesregierung das Förderprogramm auflegte, hatte das Institut für Energietechnik der OTH schnell reagiert und sich beworben. Im November 2015 kam der Bescheid des Wirtschaftsministeriums: Die maximale Fördermenge wurde bewilligt.

Am Energieeffizienznetzwerk beteiligen sich Kommunen aus ganz Bayern: die Städte Neumarkt, Straubing, Würzburg und Amberg sowie die Kreise Bamberg, Forchheim, Haßberge, Nürnberger Land, Pfaffenhofen, Schwandorf, Tirschenreuth und Traunstein. "Wir sind das größte Netzwerk seiner Art in Deutschland", sagte Brautsch. Aus den 430 000 Euro Fördersumme sei ein Gesamtprojektvolumen von 750 000 Euro generiert worden. Vier Netzwerktreffen werde es jährlich geben, erläuterte der Energietechniker. Dabei würden Fachvorträge gehalten, es gebe Infos zu Förderprogrammen und Praxisbeispiele würden besichtigt. Brautsch wiederholte mehrere Male die Bedeutung der Einbindung der Fachreferenten: So sollten Experten wie Klimaschutzmanager, Städteplaner oder Vertreter des Hoch- und Tiefbauamts in die Treffen miteinbezogen werden.

Die Netzwerkpartner erläuterten beispielhaft ihre Projekte zur Energieeffizienzsteigerung: So habe Bamberg ein Solarflächenkataster erstellt, Forchheim beheize seine Schulen mit Biowärme und der Kreis Haßberge beschäftige sich etwa mit dem Energiemanagement seiner Krankenhäuser. Martin Wolf, Landrat von Pfaffenhofen an der Ilm, bedankte sich bei Präsidentin Andrea Klug und dem IfE für die Mitarbeit an einem Energienutzungsplan für alle 19 Kommunen in seinem Kreis. "Wir freuen uns, das wir da sind. Wir finden das ganz spannend", erklärte er.

Öl aus Schlamm


Besonders interessiert zeigten sich die Anwesenden an der energetischen Nutzung von Klärschlamm. Da gebe es jetzt ein ganz innovatives Projekt, wusste Brautsch zu berichten: Fast zwei Millionen Euro investiere das bayerische Wirtschaftsministerium in eine Zusammenarbeit des Fraunhofer Instituts, der OTH und den Zweckverband zur Klärschlammtrocknung im Landkreis Schwandorf. "Ziel ist, aus Klärschlamm Gas und Öle herzustellen und das für Strom und Wärme zu verfeuern", berichtete Brautsch.
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