Kunst nur halb so lebendig
Durchbruch

Sponsoring: Ausgerechnet dem Oberbürgermeister geht das Wort über die Lippen, das dem Mäzen so gar nicht gefallen mag. Da fehle die Leidenschaft, sagt der Förderer der Galerie in der Alten Feuerwache.

Ohne persönliches Herzblut sei die Kunst wohl nur halb so lebendig, wie sie ist und sein soll, erteilte Georg Thurner, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Ostbayern, dem Begriff des Sponsoring eine Absage. Unterstützung, das passe viel besser, betonte der Genossenschafts-Banker in der Alten Feuerwache. Seit rund sechs Jahren ist das Ausstellungsforum in unmittelbarer Nachbarschaft des Stadtmuseums dabei, sich zu etablieren.

Auf Dauer angelegt


Die Sparda-Bank hilft mit rund 10 000 Euro jährlich dabei, und auch das Programm, das gestern in einer Pressekonferenz vorgestellt wurde, stellt unter Beweis, dass dem so ist. Das freut auch Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU), der diese "monetäre und moralische Unterstützung" nicht missen möchte. Zumal die Stadt und das Kreditunternehmen gemeinsam den mit 3000 Euro dotieren Sparda-Bank-Kunstpreis Amberg für junge Kunstschaffende ausschreiben (siehe Programmheft Stadtgalerie Alte Feuerwache).

Strategie geht auf


"Wir hatten uns vorgenommen, jedes Jahr ein kleines Stück besser zu werden", erinnerte sich Kulturreferent Wolfgang Dersch an die Gründung der Stadtgalerie und sieht diesen Anspruch erfüllt. Besonders erfreulich sei, sich auch in Richtung Nürnberg mehr und mehr einen Namen als Ausstellungsforum für bildende Kunst zu erarbeiten. Bereits der Programmauftakt könne sich überregional sehen lassen. Ab übermorgen (Vernissage 19.30 Uhr) werden unter dem Titel "Die andere Seite" bisher so nicht gezeigte Arbeiten des gebürtigen Kümmersbrucker und 2005 verstorbenen Malers und Grafikers Wolfgang Keuchl zu sehen sein.

"Sie sehen hier Wolfgang Keuchl hängen", kündigte Kulturreferent Wolfgang Dersch als Auftakt der aktuellen Ausstellungssaison in der Stadtgalerie Alte Feuerwache an. "Nein, seine Bilder", schmunzelte OB Michael Cerny. (zm)

Sieben Ausstellungen wird es heuer in der Alten Feuerwache geben. Stichpunktartig stellten sie Kulturreferent Wolfgang Dersch und Kulturamtsleiter Thomas Boss vor.

"Die andere Seite"

Der gebürtige Kümmersbrucker Wolfgang Keuchl verstarb 2005 im Alter von 52 Jahren. Er wandte sich anfangs der Musik zu, erst später der bildenden Kunst. Lange Zeit auch unter kunsttherapeutischen Aspekten in der Jugendarbeit. Keuchl hinterließ ein genreübergreifendes, umfangreiches Werk, in der Ausstellung sind noch nicht gezeigte Arbeiten zu sehen. (14. Januar bis 6. März)

"alles OK"

Rolf Fütterer stammt aus Nürnberg und besuchte dort auch die Akademie der Bildenden Künste. Über die Münchener Akademie stieß der heute 76-Jährige 1965 zu der renommierten Gruppe Der Kreis, der noch angehört. Fütterers Schaffen bis heute hat erstaunliche Wandel erlebt, gezeigt werden aktuelle Arbeiten. (17. März bis 1. Mai)

"Bierig"

Diese Gemeinschaftsausstellung ist ein Teil der Sonderveranstaltungen anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Reinheitsgebot. Beteiligt sind Ludwig Bäuml (Kallmünz), Werner Claßen (Pilsting) und Peter Engel (Regensburg). Das Besondere an dieser Ausstellung laut Dersch: "Manche Arbeiten gibt es noch gar nicht." (12. Mai bis 17. Juli)

Richard Vogl

Gebürtig in Furth im Wald, lebt und arbeitet Richard Vogl in Bernhardswald und in München. Der vielfach ausgezeichnete Maler ist in der mittleren und nördlichen Oberpfalz vergleichsweise unbekannt, obwohl er auch international Beachtung findet und seit 2004 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ist. (21. Juli bis 4. September)

Alter Ego Amberg

Mit dieser Ausstellung verlässt die Stadtgalerie die klassischen Genres der Malerei und Grafik, um ein möglichst lebendiges Bild von Amberg und den Ambergern entstehen zu lassen. Daran arbeitet das Künstler-Duo Susanne Carl und Regina Pemsl, das sich in seinem Schaffen Installationen, der Performance und workshopartigen Kunstprojekten zuwendet. "Alter Ego Amberg" trägt den Zusatztitel "Reflektionen". (8. September bis 16. Oktober)

".bie. 16"

Der Passauer Hubert Huber ist ursprünglich Holzbildhauer, sein Schaffen hat sich jedoch weit darüber hinaus entwickelt. Eine seiner Vorlieben sind inzwischen Mischtechniken in Anlehnung an die gegenstandslose Malerei und formenreduzierte Grafik. (27. Oktober bis 4. Dezember) (zm)
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