Landkreis-Chef Richard Reisinger über gemeinsame Projekte mit der Stadt Amberg und weiteres ...
Freundschaftliches und vertrauensvolles Verhältnis

Auch der Landrat des Landkreises Amberg-Sulzbach Richard Reisinger freut sich über die gute Kooperation von Stadt und Land. Wirtschaftlich will er sich nicht auf dem Status quo ausruhen.

Herr Landrat, die Chemie zwischen Ihnen und dem Oberbürgermeister der Stadt Amberg scheint zu stimmen. Eine wichtige Voraussetzung, um Stadt und Landkreis voranzubringen. Sehen Sie das auch so?

Ja, den Amberger OB und den Landrat des Landkreises Amberg-Sulzbach verbindet nicht nur das gleiche Geburtsjahr. (lacht) Michael Cerny und ich kennen uns schon einige Jahre und wir haben ein freundschaftliches und äußerst vertrauensvolles Verhältnis, was aber auch mit dessen Amtsvorgänger Wolfgang Dandorfer der Fall war. Der Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg sind bei wichtigen Weichenstellungen für die Heimat meist auf einer Wellenlänge und die Interessenslage beider Gebietskörperschaften unterscheidet sich tatsächlich nur in äußerst seltenen Fällen.

Welche konkreten Ansatzpunkte gibt es für die Zusammenarbeit?

Als konkrete Beispiele unserer Kooperation lassen sich die gemeinsame Bewerbung um das Gütesiegel "Bildungsregion in Bayern" nennen, das wir vor Kurzem verliehen bekommen haben oder auch das seniorenpolitische Gesamtkonzept, bei dem Stadt und Land ihre Kräfte zum Wohl der Menschen, die hier leben, gebündelt haben. Aber auch beim Tourismus und beim Nahverkehr mit dem ZNAS (Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach) ziehen der Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg nach wie vor an einem Strang genauso wie an vielen anderen Stellen. Auch bezüglich der Ausweisung und Vermarktung von Gewerbeflächen laufen Gespräche der Stadt mit umliegenden Gemeinden. Aber selbstverständlich gibt es auch durchaus neuralgische Bereiche, in denen der Landkreis Amberg-Sulzbach auch eigenständig unterwegs ist. So sind wir beispielsweise bestrebt, die Krankenhäuser in Sulzbach-Rosenberg und Auerbach in selbstständiger kommunaler Trägerschaft des Landkreises zu halten. Dafür investiert der Landkreis auch mehr als bereitwillig Millionenbeträge. Denn mit beiden Häusern haben wir ein medizinisch breitgefächertes Kommunalunternehmen der Grund- und Regelversorgung im ländlichen Raum, das sowohl für die Patienten als auch die rund 700 Beschäftigten eine Zukunftsperspektive darstellt. Dies schließt natürlich nicht aus, dass das Amberger Klinikum mit den Krankenhäusern des Landkreises in vielen Bereichen kooperiert, was auch seit geraumer Zeit schon der Fall ist.

Was spricht dafür, sich im Landkreis Amberg-Sulzbach niederzulassen? Als Unternehmer? Als Bürger?

Der Landkreis Amberg-Sulzbach ist ein attraktiver Landkreis, der nicht nur unendlich viele Freizeitmöglichkeiten bietet oder in dem es sich gut erholen lässt, sondern in dem auch moderne und innovative Betriebe, darunter sogenannte Hidden Champions, ihre Heimat gefunden haben und attraktive Arbeitsplätze anbieten. Das alles sind wichtige Standortfaktoren, gerade auch für junge Menschen, die sich entscheiden müssen, ob sie in der Heimat bleiben oder wegziehen. Ich als Landrat sehe den Landkreis Amberg-Sulzbach als Region mit Zukunft, in der es sich nicht nur gut leben, sondern auch arbeiten lässt.

Sind Sie mit der wirtschaftlichen Entwicklung zufrieden?

Wir Oberpfälzer sind ja nicht gerade als "Kern-Euphoriker" bekannt. Deshalb sage ich nicht, wir sind zufrieden... Wir können aber durchaus stolz auf uns sein und auf das, was wir in der Vergangenheit geleistet und geschafft haben! Wie Sie wissen, ist der Landkreis Amberg-Sulzbach mit der Begrenzung im Norden und Süden durch die Truppenübungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels nicht gerade mit der günstigsten geografischen Lage ausgestattet, aber wir haben aus dieser Begebenheit heraus das Beste gemacht. Ebenso wie aus dem Niedergang der Maxhütte. So ist in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Landkreis beispielsweise um 4300 gestiegen. Das ist schon beachtlich. Heute kann der Landkreis Amberg-Sulzbach mit einer Arbeitslosenquote von nur 2,4 Prozent im Oktober auf eine äußerst erfreuliche positive Entwicklung in der Vergangenheit blicken - immer mit dem Wissen und auch dem inneren Drang, uns nicht auf dem Status quo ausruhen wollen. A bisserl was geht ja immer...

Wo sehen Sie Entwicklungspotenzial für die Region?

Entwicklungspotenzial haben wir sicher noch beim Ausbau der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft. Einrichtungen wie die Ostbayerische Technische Hochschule und das Institut Fraunhofer Umsicht sind hier ein immenses Potenzial für den Landkreis. Beide sind entscheidend als Aufwertung für den Wirtschaftsstandort Amberg-Sulzbach.
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