Lebensmittelüberwacher machen in Amberg perfekten Job
Kontrolliert guter Appetit

Ein saftiger Schweinebraten ist für die Oberpfälzer ein Heiligtum. In den Amberger Gastronomiebetrieben kann der Kunde ziemlich sicher sein, dass die Kühlkette der Lebensmittel bis zum Brutzeln im Ofen lückenlos ist. Dafür sorgen die Wirte selbst und die stichprobenartigen Kontrollen der Lebensmittelüberwacher. Bild: Hartl

Gammel-Fleisch, faule Eier, mangelnde Hygiene - beim Essen hört der Spaß auf. Während in der Nahrungsmittel-Industrie immer wieder Skandale den Verbrauchern den Appetit verderben, kann sich der Kunde in Ambergs Gastronomie sein Essen noch schmecken lassen.

Das Urteil des Obersten Rechnungshofs sorgte für Schlagzeilen. Der ORH kritisierte in seinem jüngst veröffentlichen Gutachten zu den Lebensmittel-Kontrollen in Bayern ein "Zuständigkeits-Wirrwarr bei den Kommunal- und Landesbehörden" und vor allem: Die vorgeschriebene Zahl der Überwachungen in vielen Großbetrieben sei offensichtlich seit vielen Jahren nicht eingehalten worden. Muss man nun sein Spiegelei oder seinen Schweinebraten im Wirtshaus meiden? Was die Amberger Gastronomie betrifft, lautet die Antwort: nein.

Alle Anforderungen erfüllt


Dr. Bernhard Mitko, bei der Stadt Leiter des Referates für Recht, Umwelt und Personal, attestiert den drei Lebensmittelüberwachern, die für Amberg und die Ortsteile zuständig sind, eine hervorragende Arbeit. "Sie erfüllen alle Anforderungen der Lebensmittel- und somit Verbrauchersicherheit für ihren Zuständigkeitsbereich voll und ganz. Alle nötigen Kontrollen können abgearbeitet werden."

Bruckmüller-Wirt Josef Forster als "Betroffener" sieht es ähnlich. "In Amberg funktioniert die Lebensmittel-Überwachung. Da ist nichts zu lasch. Die drei Herren machen ihre Sache gewissenhaft." Einfach sei es nicht, wenn im Hochbetrieb, wo man kaum weiß, wo man zuerst hinlangen muss, plötzlich auch noch kontrolliert wird. "Wenn das Geschäft brummt, müssen wir Wirte eben auch zuallererst unser Geld verdienen, um unsere Existenz zu sichern. Da kann es schon vorkommen, dass in der Küche mal ein Deckel nicht auf dem Topf ist. Irgendwann ist in jedem Betrieb der Punkt erreicht, wo man verletzlich wird", gibt Forster zu.

Es ist nun mal so. Wenn ein Kontrolleur etwas finden will, findet er es auch. Egal, ob im Wirtshaus oder im Sterne-Lokal.Bruckmüller-Wirt Josef Forster

Meist seien es Kleinigkeiten, wie beispielsweise eine offene Tüte mit Ware, die einen Tick zu lange ungekühlt herumliegt. Genau das finden und beanstanden natürlich die Überwacher. "Es ist nunmal so. Wenn ein Kontrolleur etwas finden will, findet er es auch. Egal, ob im Wirtshaus oder im Sterne-Lokal."

Sauber und hygienisch


Grundsätzlich sei es die Pflicht jedes gastronomischen Betriebes, sauber und hygienisch zu arbeiten, betont der Bruckmüller-Wirt. Das ist nicht nur dahingesagt, der Gesetzgeber fordert dafür auch eine Menge ein. Mehrmals täglich muss die Temperatur der Lebensmittel überprüft werden. Lückenlos werden die Kühlprotokolle dokumentiert, sonst droht Ärger. Und nicht nur das. Verdirbt ein Lebensmittel, kostet das dem Betrieb bares Geld. "Wir schauen schon aus eigenem Interesse darauf, dass die Produkte frisch sind und bleiben", erklärt Forster.

Über die Kontrolleure selbst verliert er kein böses Wort. "Das hat sich zum Glück etwas gewandelt - zum Besseren", meint er mit einem verschmitzten Lächeln. "Die Überwachung ist nach wie vor äußerst genau. Erlauben darf man sich nichts, aber das Verhältnis ist jetzt mehr partnerschaftlich. Die Lebensmittelüberwachung ist vorne dran, wenn es neue Gesetze gibt, die wir Wirte erfüllen müssen. Wir bekommen zum Glück auch Tipps und Erklärungen von den Kontrolleuren, was wir tun sollen oder wie gewisse Vorgaben am schnellsten und praktischsten umzusetzen sind." Angemerkt

Alle Betriebe unter der Lupe"Man muss nichts übertreiben, mit uns kann man jederzeit reden", betont Sachgebietsleiter Günther Weigl. Im Team mit Lothar Thumbeck und Franz Dirrigl sorgt der Lebensmittelüberwacher dafür, dass in der Amberger Gastronomie alles sauber und hygienisch zugeht.

Von Chaos oder gar gravierenden Lücken in der Lebensmittelüberwachung, wie es der Oberste Rechnungshof in seinem Bericht anprangert, in Amberg keine Spur. "Es gab 2015 keinen einzigen Betrieb, der nicht kontrolliert wurde", betont Weigl. Die Vorgaben des Überwachungssystems, ausgehend von einer Risikoanalyse, werden demnach lückenlos erfüllt. Auch Weigl bestätigt, dass sich die Verbraucher in den Amberger Lokalen und Imbissen keine Sorgen über mangelnde Hygiene machen müssen.

Weigl erklärt den grundsätzlichen Ablauf einer Kontrolle so: "Wenn wir in einem Betrieb etwas feststellen, was nicht passt, bekommt der Betreiber eine Frist und die Chance, den Mangel abzustellen. Wenn bei der Nachkontrolle alles passt, ist die Sache erledigt. Wenn nicht, dann drohen entsprechende Ordnungsstrafen. Im schlimmsten Fall erfolgt eine Anzeige." Aber so weit muss es nicht kommen. "Wir kennen die Betriebe, es gibt kaum gravierende Missstände. Manche Besitzer muss man halt nur immer mal wieder in die richtige Richtung bringen."

Gerne stehen die Lebensmittelüberwacher auch als Berater zur Verfügung. Jüngstes Beispiel: die neue Verordnung zur Kennzeichnung von etwaigen Allergenen auf der Speisekarte.

Weigl: "Wir gaben den Wirten Auskunft, wo man entsprechende Unterlagen bekommt, was dahintersteckt oder dass es auch im Internet darüber Informationen und Formulare gibt." (blm)
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