Leonhard Dietrich blickt zum 90. auf erfülltes Leben zurück
Glocke erinnert ihn täglich an den Krieg

Für die Stadt Amberg gratulierte Bürgermeister Martin Preuß (links) Leonhard Dietrich zum 90. Geburtstag und überreichte dem Jubilar einen guten Tropfen aus Bad Bergzabern vom dortigen Amberger Weinberg. Stolz ist der Jubilar auf seinen Urenkel Quinn-Jacob, der ihn zusammen mit seiner Mutter eigens aus Hamburg kommend besuchte. Bild: gf

Wenn in Neubernricht die Dorfkapelle läutet, wird Leonhard Dietrich daran erinnert, dass er den Zweiten Weltkrieg mehr oder minder heil überstanden hat. Denn die Glocke hat er nach seiner Rückkehr von den Kriegswirren als Dank gestiftet. Das erzählte der Amberger bei seiner Geburtstagsfeier im Haus seiner Tochter in Hausen. Er machte gestern das 90. Lebensjahr voll.

In Mausdorf kam Leonhard Dietrich 1926 zur Welt, ging in Gebenbach zur Schule und erhielt bereits mit 17 Jahren den Einberufungsbescheid zur Wehrmacht. Anfangs war er an der Ostfront eingesetzt, bei deren Zusammenbruch er dann in Gefangenschaft geriet. Erst kurz vor dem Weihnachtsfest 1948 kehrte Dietrich heim nach Mausdorf. Er arbeitete ab 1949 als Bergmann bei der Luitpoldhütte in den Stollen des Erzbergs. Nach 15 Jahren, als die Grube geschlossen wurde, wechselte er zur Malteser-Brauerei und war gut ein Vierteljahrhundert bis 1988 für die Bier-Auslieferung an Wirtshäuser und private Kunden zuständig. Bereits 1953 hatte der Bergmann seine Frau Anna geheiratet und zog zu ihr nach Neubernricht. Zwei Kinder kamen zur Welt, mittlerweile vier Enkel und der zweijährige Urenkel Quinn-Jacob, der zum Geburtstag seines Uropas zusammen mit seiner Mutter extra aus Hamburg angereist war.

Leonhard Dietrich ist ältestes Gründungsmitglied des Männergesangsvereins Ursulapoppenricht, engagierte sich beim Obst- und Gartenbauverein Ammersricht sowie der KAB St. Konrad. Zur Dorfkapelle in Neubernricht hat er nicht nur wegen der von ihm gestifteten Glocke eine besondere Beziehung. Dietrich war für dieses Kirchlein mehr als 30 Jahre auch als Mesner tätig. Bereits 1980 verstarb seine Frau; seither lebt der Jubilar eigenständig in seinem Haus, wird, soweit überhaupt notwendig, von seinen Kindern betreut.
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