Lesung, Ausstellung und Musik sorgen für Kunstgenuss
Friedrich Brandl wagt sich erfolgreich an hohe Dichtkunst der Sonetten

Friedrich Brandl (links) hat sich in seinem neuesten Gedichtband der Stilform des Sonetts zugewandt. Kompositorisch nicht so streng ging es seine musikalische Begleitung mit der Mundharmonika, Hermann Stadler, an. Bild: ads

(ads) Einen gelungenen Genuss für alle Sinne erlebten die Gäste eines Abends mit dem mehrfach ausgezeichneten Lyriker und Buchautor Friedrich Brandl aus Amberg in der Galerie Bilderbücher. Er garnierte seine Lesung aus seinem jüngsten Gedichtband "Inmitten meiner grünen Insel" mit lebendig erzählten Geschichten und Begebenheiten, die hinter diesen Arbeiten stehen.

Hermann Stadler untermalte musikalisch die Lesung mit Fingerspitzengefühl auf seiner Mundharmonika. Bereichert wurde der Abend zudem von einer Ausstellung mit Grafiken, Fotografien und Zeichnungen von Jean-Christophe Meillan aus der Reihe "Schiefer-Granit-Kalk". "Haben Gedichte heute noch Platz in unserer Welt?" Eher provokativ eröffnete Brandl den Abend, um nachzusetzen: "Was ist ein Gedicht überhaupt? Warum hegen viele Leute Abneigungen gegen Gedichte?"

Erklärtermaßen möchte der Autor genau diese Abneigungen abbauen. Mit seinem jüngsten Gedichtband "Inmitten meiner grünen Insel" wendet er sich vor diesem Hintergrund bewusst der poetischen Gattung Sonett in Anlehnung an musikalische Kompositionsformen zu und greift so durchaus gehobene Stilmittel der Dichtung auf. Drei sogenannte Sonettenkränze hat Brandl in strenger Form komponiert, sie machen das Herzstück des neuen Gedichtbands aus.

Neben den drei Arbeiten haben weitere Gedichte in freier Versform Eingang in das jüngste Werk des Amberger Lyrikers gefunden. Thematisch bleibt der Amberger sich treu, es geht um seine Lebensphilosophie.

Als Quelle der Erholung und Selbstfindung charakterisiert mithin Brandl seinen Garten, den er als Ausgangspunkt für seine Sonnettenkränze und Gedichte nimmt, um sich so auf eine Wanderung durch die Natur, sprich andere Gärten, Berggipfel oder Flüsse entlang zu begeben. Wandern, auch durch Städte, beschreibt der Autor seit Jahren als die intensivste Form des Reisens. Seine Eindrücke, Erlebnisse und Beobachtungen, eingebettet in eine von Bildung getragene Lebensphilosophie, erfahren so Tiefgang, Lebendigkeit und Nachdruck.

Entsprechend spannend, informativ und lebendig gestaltete sich die Lesung mit Friedrich Brandl, die zudem einen hohen Unterhaltungswert besaß. Der Rezitator fesselte die Zuhörer mit seinen Sonettenkränzen als intensive Dialoge zwischen Form und Inhalt. Brandl verhehlte nicht, dass er von der mit ihm befreundeten ehemaligen Leiterin des Literaturarchivs Sulzbach-Rosenberg, Dr. Barbara Baumann-Eisenack, zum Komponieren von Sonettenkränzen angeregt worden sei und diesen Ansatz gerne aufgegriffen habe.

Aber auch seine anderen aktuellen Gedichte in freier Versform - wie beispielsweise "stadtlichter" mit Blick auf Amberg, Nürnberg, Paris und Prag - und "steinlinien" als mineralologische Betrachtungen kamen an diesem Abend nicht zu kurz. Sie passten gut zu den Grafiken, Fotografien und Zeichnungen von Jean-Christophe Meillan aus der Reihe "Schiefer-Granit-Kalk".
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