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Glänzende Karriere im Staatsdienst

Wichtige Stütze der Amberger Justiz: Landgerichts-Vizepräsidentin Roswitha Stöber wird heute 60 Jahre alt. Bild: gf
Man kann sie so beschreiben: Eine Frau, die es mit juristischer Kompetenz, stets ausgeglichener Wesensart und einer ihr eigenen Autorität zu einer glänzenden Karriere im Staatsdienst gebracht hat. Bei der Justiz hat sie sich heute einen freien Tag genommen. Der steht ihr zu. Landgerichtsvizepräsidentin Roswitha Stöber feiert den 60. Geburtstag.

Mit dem Alter hat sie nach eigener Einschätzung "kein Problem". Wohl aber so manches Mal mit Leuten, die vor ihr sitzen. Als Roswitha Stöber vor vier Jahren die Nachfolge von Gerhard Maier antrat und Vizepräsidentin wurde, kamen große Aufgaben auf sie zu. Zum einen: Sie musste ab dann den Präsidenten vertreten. Seinerzeit Dr. Wolfgang Schmalzbauer, jetzt Harald Riedl. Das, so stellte sich rasch heraus, macht sie souverän. Die zweite und womöglich größere Bürde: Die Vizepräsidentin hatte den Vorsitz der Großen Strafkammer und des Schwurgerichts zu übernehmen.

Ämter, um die sie nicht zu beneiden ist. Denn vor diesen urteilenden Organen der Justiz müssen erstinstanzlich Fälle der Schwerkriminalität aufgerollt und verhandelt werden. Ereignisse meist, die im Vorfeld für Schlagzeilen und Aufsehen bei der Bevölkerung sorgten. Da geht es nicht um ein paar Wochen. Die Entscheidungen drehen sich um Jahre hinter Gittern und mitunter auch um lebenslange Haft.

Wenn Roswitha Stöber die schwarze Robe anzieht, dann ist stets deutlich geworden, dass da eine Frau den Vorsitz führt, die zu keiner Zeit den Zügel aus der Hand gibt. Gewissenhaft pflegt sie sich in die oft Tausende von Aktenseiten umfassenden Unterlagen einzuarbeiten. Im Prozess stellt die Richterin ihre Fragen zielorientiert, kann mit Situationen umgehen, leuchtet Nischen sorgsam aus. Eine Fähigkeit, die der Jurist im Studium nicht erlernen kann. Denn dazu gehört auch pragmatisches Denken, gepaart mit Übersicht und einem Gespür dafür, die Wahrheit in oft vielen Verhandlungstagen wie ein Mosaik zu erarbeiten. Das beherrscht sie meisterhaft.

Zu beneiden ist Roswitha Stöber nicht. Zumal es in den letzten Jahren Fälle gab, die ihre ganze Kraft beanspruchten. Morde in Pfreimd und Schnaittenbach, Großbetrügereien und Brandstiftungen, Rauschgifthändler, Sexualverbrechen und hochkriminelle Einbrecher. Über all diese Angeklagten saß eine Frau zusammen mit Beisitzern und Schöffen zu Gericht, die sich ihre Einschätzung sorgfältig bildete. Ohne hitzige Debatten, ruhig, sachlich und unaufgeregt. Das ist ein Markenzeichen von Roswitha Stöber.

Sie stammt aus Lohr-Halsbach in Franken, wurde zur Wahl-Oberpfälzerin und zu einem Glücksfall für die Justiz. 1985 war Roswitha Stöber Staatsanwältin in Amberg, danach Richterin in Schwandorf. Dann führte sie der berufliche Weg in die Rolle der Beisitzerin in Strafkammern beim Landgericht Amberg. Zwischen 2000 und 2004 war die Juristin Zivilrichterin beim Amtsgericht Schwandorf, anschließend wechselte sie zum Nürnberger Oberlandesgericht als Mitglied in zwei Senaten. 2008 kehrte Roswitha Stöber zurück nach Amberg, um den Vorsitz in einer Berufungs- und einer sogenannten Strafvollstreckungskammer zu übernehmen. Seit 2012 ist sie Landgerichts-Vizepräsidentin.
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