Luitpoldschule vom Kultusministerium für Flüchtlingsprojekt ausgezeichnet
Schüler helfen Schüler

Sie dürfen stolz sein auf ihre Auszeichnung und sind es auch. Von links: Ann-Kathrin Heiß, Daniel Walter, Dunja Choogee, Dima Maher und Schulleiterin Maria Schuller. Bild: Hartl

Wer neu an einer Schule ist, hat viele Hürden zu überwinden. Wenn es andere Mädels und Jungs gibt, die einem Wege zeigen und im Alltag helfen, fällt der Unterricht schon mal viel leichter. So machen es etwa 20 Jugendliche mit den Flüchtlingen, die neu an die Luitpoldschule kommen.

Sie nannten ihr Projekt schlicht und einfach "Schüler helfen Schülern". Der Name ist Programm. Dafür bekamen sie vom Kultusministerium eine Auszeichnung - als eine von neun Schulen - für die Teilnahme am Wettbewerb "Learn Support Refugees".

"Sonst wurden nur Realschulen und Gymnasien ausgezeichnet", sagte stellvertretender Schülersprecher Daniel Walter (15) bei der Präsentation in der Turnhalle vor allen Mitschülern sichtlich stolz. Der Zehntklässler stellte gemeinsam mit Ann-Kathrin Heiß (16) und Dunja Choogee (15) das Projekt vor. "Hauptsächlich helfen die Größeren den Kleineren, zum Beispiel in Schulfächern wie Mathe, Deutsch, Englisch", sagte Heiß. Die Neulinge sollen in eine Klassengemeinschaft hineinkommen, "damit sich jeder bei uns an der Schule wohlfühlt und nicht das Gefühl hat, ausgegrenzt zu sein".

Daniel Walter betonte, dass auch außerschulische Tätigkeiten begleitet werden: "Wir bieten den Schülern an, unsere Sportarten wie Ringen, Tanzen oder Fußball näher kennenzulernen, um sie im besten Fall zum Mitmachen zu inspirieren." Verbunden mit der Urkunde war auch ein Geldpreis von 600 Euro. Dafür gibt es schon einige Ideen: "Zum Beispiel ein Wettbewerb, in dem Klassengemeinschaft, sprich Teamgeist, gefragt ist. Oder ein interkulturelles Fußballturnier", sagte Dunja Choogee. Die Siegerklassen würden einen Preis, für den ein Teil des Geldes hergenommen wird, erhalten.

Aber es gebe noch viele weitere Ideen. Die Projektgruppe freue sich über jeden, der mitmachen möchte. "Auch die, die sagen, ich kann helfen, ich kann das und will helfen, sind dringend nötig zur Unterstützung der anderen", erklärte die Achtklässlerin.

Rektorin Maria Schuller stellte den Grundsatz der Schule heraus: "Schule nimmt Vielfalt zugleich als Normalität und als Potenzial wahr." Sie gab als neues Ziel vor: "Wir wollen eine Schule ohne Rassismus werden."

Zitate"Besonders toll daran ist, dass jeder freiwillig mitmacht, das heißt, die Hilfe kostet nichts." Ann-Kathrin Heiß (16)

"Ich meine, das ist schon was, in diesem Wettbewerb haben sonst nur Realschulen und Gymnasien gewonnen." Daniel Walter (15)

"Wir wären froh, wenn noch mehr Schüler auf uns zugehen und Unterstützung erbitten und sagen: Wir brauchen Hilfe!" Dunja Choogee (15)

Hintergrund

390 Mädels und Jungs besuchen derzeit die Luitpoldschule. In der siebten, achten und neunten Jahrgangsstufe gibt es jeweils eine Übergangsklasse. Die erste wurde vor fünf Jahren eingeführt. Die Kinder und Jugendlichen stammen aus insgesamt 25 Nationen, informierte Leiterin Maria Schuller. Die meisten kommen aus dem Irak. (roa)
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