Mädchen in Gebüsch vergewaltigt
Die Anklageschrift ist draußen

In der Nähe des Spielplatzes an der Kräuterwiese soll sich die Tat im Juli vergangenen Jahres ereignet haben. Bild: Steinbacher

Fünf Monate nach einem mutmaßlichen Verbrechen, das in der Öffentlichkeit großes Aufsehen erregte, hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen einen 19-Jährigen erhoben. Der ihm gemachte Vorwurf lautet auf Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes.

In der Nacht zum 25. Juli vergangenen Jahres hielt sich, wie die Kripo seinerzeit ermittelte, eine größere Gruppe von Jugendlichen im Bereich der Kräuterwiese auf. Zu diesen jungen Leuten zählte auch eine 13-Jährige aus dem Landkreis Schwandorf. Gegen 1.45 Uhr wurde das Mädchen dann, wie später die Polizei meldete, von einem 19 Jahre alten Mann in ein benachbartes Gebüsch gebracht und dort vergewaltigt.

Bis jetzt in U-Haft


Das Geschehen gleich neben einem Basketballfeld bekamen Leute mit, die sich in der Gruppe der Jugendlichen befanden. Sie schlugen Alarm und sorgten so dafür, dass nicht lange nach dem Vorfall erste behördliche Nachforschungen begannen. Sie führten zur Festnahme des mutmaßlichen Täters. Am 26. Juli kam er vor den Ermittlungsrichter und sitzt seither in U-Haft. Das Opfer, so wurde später bekannt, hatte offenbar seiner Mutter mitgeteilt, es werde die Nacht bei einer Freundin verbringen.

Einschlägig vorbestraft


Nahezu parallel zur Verhaftung des 19-Jährigen, der im Landkreis Amberg-Sulzbach wohnt, stellte sich heraus, dass er nur vier Monate vor dem mutmaßlichen Übergriff auf der Kräuterweise von der Jugendkammer des Landgerichts zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs einer jungen Frau verurteilt worden war. Der damals 18-Jährige und ein zweiter Mittäter (auch er bekam Bewährung) hatten sich gemeinsam mit dem minderjährigen Opfer in ein Zimmer begeben, wo es nach intensivem Alkoholgenuss zu sexuellen Handlungen kam.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem weitgehend nichtöffentlichen Prozess, der über mehrere Tage lief, auf Haftstrafen ohne Bewährung plädiert. Die Anklageschrift zu der jüngsten Tat auf der Kräuterwiese wurde am 23. Dezember der zur Aburteilung zuständigen Jugendstrafkammer beim Landgericht zugeleitet. Auch der Beschuldigte, sein Anwalt Dr. Georg Karl aus Regensburg und der Nebenklagvertreter Jörg Jendricke erhielten sie. Jendricke nimmt in dem Verfahren die Interessen der 13-Jährigen wahr. Er hatte schon im ersten Prozess gegen den seinerzeit 18-Jährigen die gleiche Aufgabe und vertrat die Interessen des damaligen Opfers. Dass es eine Anklageschrift gibt, hat Landgerichtssprecher Uli Hübner unterdessen bestätigt. Das sogenannte Hauptverfahren sei aber von der Jugendstrafkammer unter Vorsitz des Landgerichtspräsidenten Harald Riedl noch nicht eröffnet worden, fügte er hinzu.

Erst wenn das geschehen ist, kann ein Verhandlungstermin festgesetzt werden. Dabei wird sich dann zeigen müssen, ob eine Vernehmung der 13-Jährigen zur Beweisführung notwendig ist.
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