Margit Takacs feiert 95. Geburtstag
Gedichte aus der Kindheit

Bürgermeister Martin Preuß wünschte Margit Takacs weiterhin viel Lebensfreude und Gesundheit. Er überreichte ihr als Geschenk eine kuschelige Decke. Bild: prk

95 Jahre wird nicht jeder. Das ist ein Grund zum Feiern. Margit Takacs stieß an ihrem Ehrentag mit zahlreichen Gästen darauf an. "Viel hab' ich schon erlebt, viel Gutes und auch Schlechtes", blickte die Jubilarin auf ein aufregendes Leben zurück. 1961 kam sie nach Amberg und blieb. Als gelernte Krankenschwester wurde sie von einem Arzt wegen ihrer guten praktischen Fähigkeiten ans Marienkrankenhaus vermittelt, wo sie 50 Jahre tätig war.

"Das waren noch ganz andere Zeiten damals. Da ging meine Schwester schon mal Freitagfrüh zur Nachtschicht und Montagabend kam sie erst wieder heim", erzählte ihr Bruder Otto Hellwig den Gratulanten von der Personalverwaltung des Klinikums, Maria Meyer und Reinhard Birner. Bei ihrer Arbeit war ihr sprachliches Talent eine große Hilfe. In der einstigen Tschechoslowakei geboren und mit einem Ungarn verheiratet, spricht die 95-Jährige fließend Ungarisch, Slowakisch und Deutsch. Das bewies sie prompt am Geburtstagstisch und sagte Pfarrer Maciej Kolanowski von der polnischen katholischen Mission alte Gedichte auf Slowakisch auf.

Echte Geschwisterliebe


Ihr 22 Jahre jüngerer Bruder ist Takacs' größte Stütze. Er macht den Haushalt, kocht, versorgt die drei Hunde und regt seine Schwester ständig zu geistiger und körperlicher Aktivität an: "Ich binde sie schon noch in die Hausarbeiten mit ein." Außerdem fährt er sie jede Woche zu ihrer Frisörin Christl Flierl: "Es ist einfach toll, wie fit Margit noch ist und wie gut man sich mit ihr unterhalten kann. Fast jedes Mal macht sie Kreuzworträtsel bei mir im Salon. Und wehe, es ist schon halb ausgefüllt, das mag sie gar nicht."

Der größte Wunsch


"Mein größter Wunsch ist es, noch einmal in Ungarn meine Enkel und Urenkel zu besuchen", aber so fit sei sie dann doch nicht mehr, bedauerte die 95-Jährige. Federballspielen und Balletttanzen könne sie leider auch nicht mehr. Auf die Frage nach ihrem Geheimnis für ein langes Leben sagte sie ironisch: "Die Arbeit mit den Röntgenstrahlen, Isotopen und in der Nuklearmedizin." Bei der Verabschiedung vereinbarte sie mit allen Gästen, dass sie sich in fünf Jahren wiedersehen wollen, um gemeinsam ihren 100. Geburtstag zu feiern.
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