MdL Strobl für einen Tag bei der Inspektion
Polizei „schon faszinierend“

Bildlich gesprochen ist der Lack ab. Zumindest am Schild der Polizeiinspektion Amberg. Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl machte sich dabei sein eigenes Bild, wie es derzeit um die Amberger Polizei und ihre Ausstattung bestellt ist - auch räumlich. Bild: brü

Reinhold Strobl (SPD) vertritt als Landtagsabgeordneter die Interessen von Ambergern und Landkreisbewohnern. Aber auch für alle, die ihren Dienst an der Gemeinschaft verrichten, hat er ein offenes Ohr. Für Polizisten zum Beispiel. Weshalb er für einen Tag seinen Arbeitsplatz wechselte.

Amberg. (brü) Beim Besuch der Polizeidirektion erhielt der Schnaittenbacher einen umfassenden Einblick in die Tätigkeiten der Polizisten in Stadt und Landkreis, hatte aber auch Zeit, sich deren Sorgen und Anliegen an die Politik anzuhören.

Herr Strobl, Sie konnten sich heute einen ganzen Tag lang Einblicke in alle Bereiche der Polizeiinspektion verschaffen. Wie ist Ihr Fazit?

Reinhold Strobl: Ich wollte dies seit längerem schon machen, bis jetzt hat es leider nicht geklappt. Heute habe ich dafür Zeit gefunden, auch im Rahmen des Praxistages der SPD-Landtagsfraktion. In ganz Bayern besuchten die Fraktionsmitglieder die Dienststellen in ihren Bezirken. Für mich war es ein sehr interessanter Einblick. Die Arbeit der Amberger Polizei besteht ja nicht nur aus dem Bereich Schutzpolizei, die man jeden Tag mit den Streifen auf den Straßen sieht. Da ist auch die Verkehrspolizei, die mit täglichen Einsätzen auf der Autobahn A 6 zu tun hat. Da ist die Kriminalpolizei, die nicht nur für den Amberger Raum zuständig ist. Von der Arbeit der Kriminalpolizei war ich beeindruckt. Vor allem, wenn man sieht, mit welch technischen Hilfsmitteln dort gearbeitet wird.

Inwiefern?

Die Ausstattung der Amberger Dienststelle ist gut. Aber sie braucht unbedingt einen neuen Anbau für die kriminaltechnische Ermittlung. Dieser ist angedacht, aber bisher nicht im Haushalt vorgesehen. Eventuell wird es uns möglich sein, dies dann in den Haushalt in den nächsten zwei Jahren mit einzubringen.

Was haben Ihnen die Beamten besonders ans Herz gelegt, was eventuell verbesserungswürdig wäre?

Im Gespräch kamen wir drauf, dass es bei den Arbeitszeiten im Zusammenhang mit Überstunden hier noch ein Problem gibt. Es ist aber nun sichtbar, dass die Überstundenzahl mittlerweile zurückgeht und sich die Einstellungspolitik junger Polizisten bemerkbar macht. Da ist auch der Freistaat gefordert, noch mehr Personal zu bekommen. Die Situation war schon viel schlechter. Mittlerweile denke ich, dass eine Überstundenzahl von 25 pro Beamten noch hoch ist, die Summen sich aber auf einem Rückweg befinden.

Es ist ein Problem, qualifizierte Fachkräfte gerade im Bereich der Internetermittlung zu bekommen. Im Vergleich zahlen Unternehmen das Dreifache für solche Spezialisten. Sehen Sie eine Möglichkeit, den Job bei der Polizei für Bewerber attraktiver zu machen?

Man muss solchen Leuten etwas bieten können. Nicht nur die Zusage auf einen sicheren Job als Beamter. Da besteht aus meiner Sicht noch ein Handlungsbedarf. Auch wenn mich die Arbeit, die vom Team, das damit in Amberg derzeitig beschäftigt ist, vollkommen überzeugt hat. Die zerlegen dein Handy oder deinen Computer und wissen innerhalb kürzester Zeit alles über dich. Das ist schon faszinierend. Im Gegenzug aber auch für die Arbeit der Beamten, die tagtäglich auf Streife sind, ein hoher Grad an Sicherheit.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.