Medizinische Fachangestellte sind die rechte Hand des Arztes
Sprechstundenhilfe war einmal

Bei der Informationsveranstaltung übernahmen Medizinische Fachangestellte die Betreuung der eingeladenen Jugendlichen, unterstützt von der Amberger Berufsschule und vom Ärztlichen Kreisverband. Bild: Uschald

Medizinische Fachangestellte sind für einen reibungslosen Ablauf in einer Arztpraxis extrem wichtig. Sie sind der Dreh- und Angelpunkt. Sie koordinieren, verwalten und arbeiten eng am Patienten. Und sie sind die rechte Hand des Doktors.

Erstmals trat der Ärzteverbund Oberpfalz Mitte (ÄVOM) mit einer Info-Veranstaltung an die Öffentlichkeit, um bei jungen Frauen - und auch Männern - Interesse für diesen vielseitigen Beruf zu wecken. Zielgruppe waren Jugendliche, die 2017 die Schule verlassen.

Nahe am Menschen


Auch das sind Aufgaben von Medizinischen Fachangestellten (MFA): Neben dem Sekretariat bereiten sie Therapien vor und nach, entnehmen Blut, verabreichen Injektionen und versorgen Patienten mit apparativer Diagnostik. Ein Beruf mit vielen Facetten also, "nahe am Menschen und mit viel Verantwortung", wie Dr. Tobias Riedl betonte, der die Veranstaltung betreute.

"Es gibt Berufe, die vom ersten Tag an interessant sind, weil die Arbeit abwechslungsreich ist, eigenständiges Handeln erfordert und die Perspektiven stimmen", sagte er. Bei Medizinischen Fachangestellten sei das so. Längst habe dies nichts mehr mit der Sprechstundenhilfe der 50er Jahre zu tun, die die Patientenkartei sortierte. Auch der Begriff Arzthelferin trifft nach den Worten Riedls die Tätigkeit in einer modernen Praxis nicht mehr. Das Spektrum sei nämlich viel komplexer geworden, als "nur" dem Arzt zu helfen.

Seit August 2006 heiße die Arzthelferin daher Medizinische Fachangestellte. Ein passenderer Name für einen Beruf, der fundiertes medizinisches Fachwissen, organisatorisches Talent und einen feinfühligen Umgang mit Menschen erfordere, der Raum für eigene Ideen lasse und das Zeug habe, mehr als ein Job zu werden. Entsprechend beliebt sei der Beruf bei jungen Frauen.

Wie Riedl im Nachgang zu der Veranstaltung weiter erläuterte, dauert die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten drei Jahre und erfolgt im dualen System. Bedeutet: Sie findet sowohl in Praxen oder sonstigen medizinischen Einrichtungen als auch begleitend in der Berufsschule in Amberg statt.

Schon ein Jobangebot


Welche der mehr als 30 medizinischen Fachrichtungen infrage kommt, hängt von der persönlichen Neigung ab: Wer Kinder mag, ist beim Kinderarzt richtig. Wer sich für Verbände und Operationen interessiert, sollte sich bei einem Chirurgen bewerben. Und wer lieber mit vielen unterschiedlichen Menschen umgeht, wird sich vermutlich eher in einer Praxis für Allgemeinmedizin wohlfühlen.

Übrigens: Die Besucher, die sich schon konkret für eine Ausbildung zur MFA in Amberg und im Landkreis interessierten, bekamen bereits ein Stellenangebot für 2017.

Es gibt Berufe, die vom ersten Tag an interessant sind, weil die Arbeit abwechslungsreich ist, eigenständiges Handeln erfordert und die Perspektiven stimmen.Dr. Tobias Riedl
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