Metzgerei Hausner und Bäckerei Brunner erneut Opfer einer "organisierten Bande"
Zum dritten Mal identische Einbruchsserie

Schon mehrfach waren Bäcker- und Metzgereifiliale in Pressath Ziel von Einbrechern. Am Wochenende war es wieder mal so weit. Bild: is
 
Die Metzgerei-Filiale in diesem Supermarkt an der Frauenrichter Straße war Ziel von Einbrechern. Beute machten sie hier aber keine. Bild: wsb

Die Bäckerei Brunner und die Familienmetzgerei Hausner, beide mit Hauptsitz in Weiden, sind nicht nur zusammen an mehreren Supermarkt-Standorten mit Filialen vertreten. Sie teilen seit vergangenem Jahr auch ein trauriges Schicksal: Einige ihrer Läden sind fast schon regelmäßig Ziel von Einbrechern. An einen Zufall glauben beide Firmenzentralen inzwischen nicht mehr. Metzgereiinhaber Alexander Hausner ist sich eigentlich sicher, dass es "ein und dieselben Leute sein müssen", die diese Taten begehen.

"Organisierte Bande"


Tatsächlich ist es anders kaum zu erklären, dass vier seiner Filialen jeweils drei Mal heimgesucht wurden (meist im Verbund mit den daneben liegenden Back-Shops von Brunner). Jüngster Fall am vergangenen Wochenende. In der Nacht zum Sonntag wurde nicht nur im ehemaligen Rewe-Markt an der Bayreuther Straße, wo die beiden Firmen im Eingangsbereich sitzen, eingebrochen. Auch die gemeinsamen Standorte in Weiden (zwei Diska-Märkte), Pressath und Hirschau steuerten die Täter erneut an - zum dritten Mal nach zwei Serien mit überwiegend identischen Zielen 2015, weshalb Hausner an eine "organisierte Bande" glaubt.

Dafür spricht auch das im Wesentlichen gleiche Vorgehen beim Eindringen und der Umgang mit den stets konkret gesuchten Geldschränken. Wurden sie früher noch aufgebrochen, so gingen die Diebe mittlerweile dazu über, meist gleich die ganzen Tresore mitzunehmen. Bei der Metzgerei in Amberg war das am Sonntag immerhin ein rund 100 Kilo schweres Stahlteil, das eigentlich am Boden fest verschraubt war, wie Alexander Hausner gestern informierte.

Und auch in Hirschau ließen die Täter den Tresor der Bäckerei Brunner im dortigen Rewe-Markt mitgehen. Zu Hausner kamen sie nicht mehr, weil die Alarmanlage angeschlagen hatte und ein weiteres Vordringen zur Metzgertheke wohl nicht mehr erlaubte. Das hätte Zeit gekostet, in der die Polizei eintreffen hätte können - ein Risiko, das die Langfinger mieden und rechtzeitig abhauten.

Apropos: Dass sie ihren Beutezug quasi identisch erneut durchziehen konnten, ist für die Betroffenen langsam ein beunruhigender Zustand. Selbst wenn zum Beispiel die Bäckerei Brunner längst reagiert hat und kaum mehr Geld im Tresor lagert - auch aus Selbstschutz, wie Verkaufsleiterin Petra Zimmert sagt. Sie nährt daraus die Hoffnung, dass es die "Bande" vielleicht endlich aufgibt, wenn sie kaum mehr Bares findet.

Alexander Hausner findet die Situation auch "nicht mehr lustig", weil er in den Filialen "die Sicherheit erhöht hat", beispielsweise für Amberg den größeren Tresor anschaffte, der trotz seines hohen Gewichts aus der Verankerung gerissen und eingepackt wurde. Solche Anforderungen stellt nach Auskunft des Firmenchefs mittlerweile die Versicherung aufgrund der erlittenen Einbruchsserie - "von den Beiträgen, die dadurch steigen", ganz zu schweigen.

Bisher Verfahren eingestellt


Im Grunde noch ärgerlicher aber sind für Hausner die Schreiben der Polizei, die er schon zwei Mal erhalten hat. Nur jeweils wenige Monate nach den ersten beiden Serien (zur Osterzeit und im Oktober) teilten ihm die Beamten mit, dass das Verfahren eingestellt sei. Grund laut Hausner: "Weil die Täter nicht ermittelt werden konnten." Er weiß zwar, dass das schwierig ist und will auch jetzt "abwarten, was rauskommt". Aber etwas "mehr Druck dahinter", vielleicht auch durch die Öffentlichkeit, die nun nicht zuletzt durch seine Worte klarer im Bilde ist, würde er sich schon wünschen. "Schließlich ist es nicht der erste Fall", meint Hausner vielsagend und ordnet die Serie mit Galgenhumor so ein: "Das ist so traurig, dass man fast nur noch lachen kann." Einen scherzhaften Vorschlag zur besseren Sicherung seiner Objekte macht er dann auch noch:

"Wir sollten die Schlösser, die immer aufgebrochen werden, unter Strom setzen." Dann würden die Täter wohl die Finger davon lassen. Allein in Amberg und Hirschau richteten sie laut Polizei einen Schaden von rund 1000 Euro an, wobei der Gesamtwert ihrer Beute mit etwa 8000 Euro noch höher liegt.
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