Michael Krämer feiert seinen 90. Geburtstag
Gratulanten begeistert von Fitness

Bürgermeister Martin Preuß gratulierte Michael Krämer (links) zum 90. Geburtstag. Er überreichte eine kuschelige Decke als Geschenk und stieß mit dem Jubilar auf ein weiteres gesundes Jahrzehnt an. Bild: Huber

"Da vergeht halt ein Jahr ums andere", erklärt Michael Krämer sein hohes Alter. 90 Jahre ist er geworden und noch so gesund, dass er in seinem eigenen Haus feiert. Zu seinem Ehrentag singen ihm sein Sohn Richard und Bürgermeister Martin Preuß sogar ein Geburtstagsständchen im Duett.

Auf die Frage, wer denn den Haushalt macht und kocht, deutet der Jubilar auf sich selbst. "Er hat sich nach getaner Arbeit gerne in die Sonne gesetzt, raucht nicht und trinkt keinen Alkohol. Am liebsten nur Cola, verdünnt mit Mineralwasser. Und wahrscheinlich hat er gute Gene", verrät sein Sohn dann doch noch das mögliche Rezept für ein langes Leben.

Richard Krämer freut sich über die Vitalität seines Vaters: "Ich musste mir jetzt erst wieder bewusstmachen, wie alt er schon wird." Auch Preuß zeigt sich überrascht von der "geistigen und körperlichen Fitness" des 90-Jährigen. "Vor ein paar Jahren hat er sich auch noch als Krankenpfleger meiner Mutter ganz wacker geschlagen", schildert Richard Krämer stolz. Seine Frau hatte der heute 90-Jährige in seinem Heimatort Tiefenbach bei Waldmünchen kennengelernt. Bei seiner Rückkehr nach Kriegsende war sie die erste Person, mit der er am heimatlichen Bahnhof gesprochen hat.

Liebe auf den ersten Blick


Mit nicht einmal 17 Jahren musste Krämer nach Frankreich in den Krieg ziehen und kam für zwei Jahre als Marinehelfer auf ein Minensuchboot. "In Tiefenbach haben wir ja kein Wasser gehabt, nicht mal ein Schwimmbad. Da wurde mir schon anders zumute, als kein Land mehr zu sehen war", erinnert er sich. Nach Kriegsende wurde er in Dänemark interniert und sollte wegen einer Fußverletzung in ein Lazarett überführt werden. "Aber ich bin abgehauen. Bin halt heimgefahren", erklärt er lächelnd.

Seefahrt und Straßenbau


Und so hat er sich bis zurück zu seinen Eltern durchgeschlagen. Dort seine Lehre als Wagner beendet, geheiratet und ist dann aus beruflichen Gründen nach Amberg gekommen. Wo er erst als Maschinist und später als Schachtmeister für mehr als 36 Jahre bei der Straßenbau-Firma Thomas gearbeitet hat. Als die beiden Söhne noch Kinder waren, hat er aus Holz selbst Schlitten und Ski für sie geschnitzt. Die Holz- und Gartenarbeit habe er sich mittlerweile aber abgewöhnt. "Nur ein bisschen Gymnastik mach ich noch, wenn sich die Knochen mal wieder spießen", erzählt der dreifache Opa.
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