Migranten verbessern in zwei Kursen ihre Deutschkenntnisse und berufliche Qualifikationen
13 von 27 haben schon Arbeit gefunden

Die Leiterin des Jobcenters Amberg, Sonja Schleicher (links), gratulierte zum erfolgreichen Abschluss der zwölfwöchigen Qualifizierungsmaßnahme "Kenntnisvermittlung, berufsbezogenes Sprachmodul", finanziert von ihrem Haus. Auch ISE-Geschäftsführer Peter Blendowski (im Hintergrund) hatte Grund, sich über diesen Erfolg zu freuen. Bild: Uschald

Flüchtlingen aus unsicheren Herkunftsländern, aber auch zugezogenen EU-Bürgern und anerkannten Asylbewerbern will das ISE- Sprach- und Berufsbildungszentrum die nötigen Kenntnisse vermitteln, um rasch auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das Konzept scheint aufzugehen: 13 von 27 Teilnehmern zweier jetzt beendeter Kurse fanden nach ISE-Angaben schon im Lehrgangsverlauf eine Anstellung.

Seit dem 27. Juli drückten sie täglich von 8 bis 15 Uhr noch einmal die Schulbank. In 1120 Kursstunden, davon 960 Unterricht und 160 Praktikum, durchliefen die arbeitssuchenden Männer und Frauen auch ein EDV-, Internet- und Bewerbertraining. Sie erhielten Einblick in die Anforderungsprofile verschiedener Berufe, erfuhren sozialpädagogische Betreuung und lernten auch den Berufsalltag durch praktische Arbeit bei verschiedenen Firmen und Einrichtungen kennen. ISE-Geschäftsführer Peter Blendowski und Sonja Schleicher, Leiterin des Jobcenters, freuten sich, dass aus diesem Kurs acht Teilnehmer eine Festanstellung bekommen haben.

Erfolgreich seien zudem die Bemühungen gewesen, auch Teilnehmer eines zwölfwöchigen Kurses zur Kenntnisvermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen zu bringen. Nach Angaben von ISE gelang es, fünf von zwölf Männern und Frauen einen Arbeitsvertrag zu verschaffen. Weitere Teilnehmer hinterließen einen guten Eindruck in den Praktikumsbetrieben und bekamen eine Option, zu einem späteren Zeitpunkt eine Ausbildung und Beschäftigung aufnehmen.

Die Leiterin des Jobcenters gratulierte bei der Verleihung der Zertifikate zum gezeigten Engagement. Beeindruckend sei die Zielstrebigkeit, die die Arbeitssuchenden bei den Kursen bewiesen hätten.

IntegrationskurseAls Partner arbeitet das ISE- Sprach- und Berufsbildungszentrum mit dem Jobcenter, der Arbeitsagentur und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zusammen. Bei erkennbarem Bedarf organisiert ISE spezielle Integrationskurse. Sie richten sich an Ausländer, EU-Bürger und Spätaussiedler, die die deutsche Sprache von Grund auf lernen oder ihre Sprachkenntnisse erweitern und festigen möchten. Die ISE-Lehrkräfte sind lizenziert, die Deutsch-Zertifikatprüfung B1 abzunehmen.

Ein Integrationskurs setzt sich aus 600 Stunden Sprachunterricht und 60 Stunden Orientierungskurs mit Informationen über Politik, Geschichte und gesellschaftliches Leben zusammen. Ein Berechtigungsschein des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF, des Bundesverwaltungsamtes, des Ausländeramtes oder des Jobcenters berechtigt zur Teilnahme.

Sowohl integrationswillige Zuwanderer als auch deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund, die nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, haben ein gesetzliches Anrecht zur Teilnahme an einem Integrationskurs. (usc)
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