Milchhof baut für 600.000 Euro neuen Abwasserkanal
An Bomben und Polizei vorbei

Als Vertreter von Stadt, Bundeswehr, Polizei und ausführenden Firmen informierten sich (von links) Oliver Pankow, Markus Kühne, Reinhard Schober, Rainer Rubenbauer, Hans Biehler, Oberbürgermeister Michael Cerny, Werner Pichl, Karl-Heinz Schmidt, Norbert Füger und Stefan Trettenbach. Bilder: gf (2)

Über das Gelände von Polizei und Bundeswehr hinweg, unter der Drahthammerkreuzung hindurch und rüber bis zum Hauptsammler auf dem Landesgartenschaugelände. Der neue Abwasserkanal des Milchhofs ist fast fertig - und nicht gerade günstig.

Amberg. (gfr) Etwas mehr als 500 Meter Leitung (Durchmesser 28 Zentimeter) wurden vom Milchhof quer über die Liegenschaften der Polizei und des Dienstleistungszentrums der Bundeswehr bis zum Landesgartenschaugelände verlegt, ohne dass die Baumaßnahme großes Aufsehen erregte oder zu erwähnenswerten Beinträchtigungen geführt hätte.

Im Milchhof ist das Abwasser lästiges Beiwerk, beim Klärwerk Theuern fördert es als Kohlenstoffträger die Klärgasproduktion und optimiert so die Energiebilanz der Anlage. Auf Anregung des Wasserwirtschaftsamts sollte das Abwasser nicht über das grenzwertig belastete Regenüberlaufbecken plätschern, sondern direkt in den Vilstalsammler fließen. Einige Baugruben mussten ausgehoben werden, auch eine in der Vils-Schleife, wo der neue Kanal an den Vilstalsammler angeschlossen wurde. "Rund 600 000 Euro wurden hier verbaut", sagte OB Michael Cerny.

Rainer Rubenbauer vom Planungsbüro Umwelt und Tiefbau Amberg (UTA), betonte, dass im Vorfeld gezielt nach Kampfmitteln gesucht worden sei, da die Gegend um die Leopoldkaserne Ende des Zweiten Weltkriegs massiv bombardiert worden sei. Die Arbeiter seien im Boden tatsächlich auf Blindgänger gestoßen. Tiefbauamtsleiter Norbert Füger atmete auf: Die kritischen Stellen und Punkte seien abgearbeitet. Seit Februar laufen die Arbeiten, mit dem Abschluss wird im Juni gerechnet.

SpülbohrverfahrenDabei handelt es sich um eine Technik, mit der Rohrleitungen unterirdisch verlegt werden können, ohne Gräben ausheben zu müssen. Der Bohrkopf, der auch in der Lage ist, seine Richtung zu verändern, arbeitet sich in Richtung Zielgrube vor. Dabei wird eine spezielle Spülung durch das Gestänge bis zum Bohrkopf gepumpt, die diesen kühlt und auch zur Stabilisierung des Bohrkanals beiträgt. Beim Zurückziehen des Kopfstücks wird gleichzeitig die an ihm befestigte Leitung im Bohrkanal platziert. (gfr)
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