Mit 76 Jahren im Rollstuhl durch den Dschungel
Ellen Galle gibt nicht auf

Mag das Gelände noch so unwegsam sein - Ellen Galle, die im Januar 76 Jahre alt wird, lässt sich nicht stoppen. Mit Unterstützung von Freunden und Einheimischen wird sie auch 2016 wieder auf Sri Lanka helfen. Bilder: privat
 
Ich würde gerne einen Brunnen bauen lassen, denn die Leute sind, was das Wasser betrifft, vom Regen abhängig.

Ellen Galle gibt nicht auf. Die Rollstuhlfahrerin, im Januar 76 Jahre alt, packt auch 2016 ihre Siebensachen und Spendengelder, um 8000 Kilometer weiter südöstlich am Indischen Ozean zu helfen. Die Ambergerin wird erneut ihren Teil dazu beitragen, die immer noch spürbaren Auswirkungen der Tsunami-Katastrophe von 2004 zu lindern.

"Man darf solche Orte nicht vergessen", sagt die Ambergerin, die seit ihrem 17. Lebensjahr an der unheilbaren Krankheit Multiple Sklerose leidet und deswegen auf eine Rollstuhl angewiesen ist. Doch der hindert sie nicht daran, sich im neuen Jahr als dann 76-Jährige vor allem für Waisen- und Straßenkinder einzusetzen. Heuer hatte Ellen Gall 2705 Euro auf Sri Lanka investiert.

Geld, das sie in ihrem privaten Umfeld gesammelt oder von Lesern der Amberger- und Sulzbach-Rosenberger Zeitung überwiesen bekommen hatte. Wenn die Senioren 2016 wieder on Tour geht, wird sie erneut auf Spenden angewiesen sein, denn ihre Projekte will und wird sie auch weiterhin unterstützen. Zum Beispiel das Rainbow Center, wo täglich bis zu 100 Straßenkinder versorgt werden. Galle: "Hier werden die Kinder geduscht. Sie bekommen ordentliche, saubere Kleider und täglich drei warme Mahlzeiten." Die meisten Schützlinge haben keine Geburtsurkunde, kennen ihr Alter nicht, haben keinen festen Wohnsitz und durften aus diesem Grund auch keine Schule besuchen. Galle: "Im Center versucht man, ihnen wenigstens ein bisschen Schreiben und Lesen beizubringen."

Pro Jahr etwa 70 Euro


Doch Ellen Galle hat gute Nachrichten: Nach langen Verhandlungen mit Ministerium und Schulverwaltungen dürfe ein kleiner Teil der Kinder täglich in eine staatliche Schule gehen. Die Kosten (Uniform, Schuhe, Strümpfe, Schultasche, Hefte, Bleistifte und andere Utensilien) betragen pro Kind und Jahr je nach Alter zwischen 50 und 70 Euro. Die 75-Jährige: "Ich hoffe, es werden 2016 wieder 20 Kinder zugelassen." Sämtliche Kosten müssten durch Spenden finanziert werden: "Zehn Jahre kümmere ich mich jetzt um die Kinder und kann sie mit meiner Unterstützung immer für zwei bis drei Monate verpflegungsmäßig versorgen."

Ein weiteres Projekt ist die Schule Dargatown. Dort werden durch Galles Hilfe jedes Jahr bis zu 20 Waisenkinder eingekleidet und mit dem Notwendigsten ausgestattet. Es handle sich um eine Gegend, in der nur ganz arme Leute leben. Viele von ihnen seien Analphabeten: "Die Kinder werden zur Arbeit oder zum Betteln geschickt. Geld für Schuluniform, Schuhe und den Bus ist nicht vorhanden. Seit den letzten zehn Jahren meiner Hilfe sieht es schon etwas besser aus. Es bleibt aber noch viel zu tun." Ansonsten hilft Galle auch in Kindergärten und anderen Schulen. Sie kümmert sich um Behinderte, die in eine integrierte Schule gehen, und bezahlt die Ergotherapie. Ein achtjähriges Mädchen, das fast taub ist, benötige ein neues Hörgerät und Sprachunterricht.

Neues Ziel: Brunnen


Für eine Großfamilie, die mitten im Dschungel lebt, ließ Galle in diesem Jahr eine Toilette installieren und eine Küche errichten: "Ich würde gerne einen Brunnen bauen lassen, denn die Leute sind, was das Wasser betrifft, vom Regen abhängig."

KontaktWer Ellen Galle (Telefon 8 46 29) unterstützen möchte und auf das Konto mit der Iban-Nummer DE21 752 900 00 00 00 09 97 16 bei der Volks- und Raiffeisenbank Amberg (Bankleitzahl überweist, soll nicht nur "Sri Lanka" als Verwendungszweck angeben, sondern auch seine Anschrift. Ellen Galle würde gerne mit einem Dankesbrief und Spendennachweis antworten. (tk)
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