Mit Kanaldeckel Glastür eingeworfen - Polizei sucht Zeugen
Einbruch beim Juwelier am Marktplatz

Scherben überall - so fand der Geschäftsinhaber seinen Laden am Marktplatz am Dienstagmorgen vor. Bild: hfz
 
Das Bild stammt von der Marktplatz-Webcam und zeigt die Situation um 5.40 Uhr. Zur Tatzeit gegen 4.20 Uhr ist auf den Bildern nichts zu erkennen. (Foto: www.amberg-live.de)

Tagsüber klingen frohe Weihnachtslieder über den Marktplatz in Amberg. In der Nacht schrecken klirrende Scheiben und heulende Alarmanlagen auf. Mehrere Vermummte sind am Dienstag in das Juweliergeschäft Kaba eingebrochen und haben fette Beute gemacht.

Der Geschäftsinhaber will seinen Namen nicht preisgeben. Er möchte sich und seine Familie schützen. "Hier wurde ja nicht zum ersten Mal eingebrochen", sagt er, während ein Mitarbeiter die Scherben zusammenkehrt. Vor vier Jahren - im Januar 2012 - hatten Unbekannte die Schaufensterscheibe mit einer Axt zertrümmert, Schmuck und Uhren im Wert von 20 000 Euro gestohlen. Ähnlich hoch könnte der Schaden auch dieses Mal sein. "Wir müssen erst alles zusammenschreiben", seufzt der Mann.

Drei bis fünf Täter


Es war gegen 4.20 Uhr, als sich die Täter ans Werk machten. Der Sicherheitsdienst, der nachts die Buden des Weihnachtsmarktes bewacht, bekam den Einbruch mit. "Es war eine Frau von der Security gegenüber, die die Polizei rief", erzählt der Ladenbesitzer. "Sie sagte, sie habe nicht einschreiten können, weil es mehrere Einbrecher waren." Wie viele, das war am Dienstagnachmittag noch nicht ganz klar. Der Juwelier sagt, es seien "drei bis fünf Vermummte" gewesen. Die Polizei lässt die Zahl offen und spricht von "mehreren beteiligten Personen."

Die Einbrecher hoben in der Herrnstraße einen Kanaldeckel aus der Verankerung und warfen das schwere Metallteil so lange gegen die Glastür, bis sie brach. Dann zerdepperten sie die Scheiben von acht Vitrinen und packten ein, was ihnen in die Hände fiel: Ketten, Ringe und vor allem Uhren der Marken S. Oliver, Pulsar, Jacques Lemans und Cerruti. Der Juwelier wundert sich ein bisschen über das Vorgehen der Täter. "Die haben auch mal gezielt die billigeren Stücke mitgenommen und die teureren gleich daneben liegengelassen." Doch es gibt auch Hinweise darauf, dass es sich um Profis handeln könnte. Die Täter wussten offenbar, wie sie die Videoüberwachung ausschalten konnten. Die Polizei versucht jetzt, die Aufnahmen zu rekonstruieren. Gelingt dies, gäbe es auch konkretere Täterbeschreibungen. Bislang können sich die Ermittler nur auf die Aussage der Security-Frau stützen, dass die Einbrecher dunkel gekleidet waren.

Zeugen gesucht


Deswegen bittet die Polizei dringend um Hinweise. Sie ruft Anwohner oder Frühaufsteher auf, sich mit der Polizeiinspektion (09621/89 00) in Verbindung zu setzen, wenn ihnen am Dienstag in den frühen Morgenstunden auf dem Marktplatz oder in den Seitenstraßen verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind. "Auch wenn für den Beobachter ein Zusammenhang mit dem Einbruch nicht erkennbar ist, könnten Hinweise zu Personen oder Fahrzeugen entscheidende Bausteine in der Aufklärungsarbeit darstellen", erläutert Albert Brück vom Polizeipräsidium Oberpfalz.

Der Schaden im Eingangsbereich, an den Vitrinen und Auslagen summiert sich laut Polizei auf rund 4000 Euro. Am Dienstagmittag fuhren bereits die Handwerker vor, um eine neue Tür einzubauen. "Wir sperren nicht zu. Wir haben weiter wie gewohnt offen", sagt der Geschäftsinhaber, der darauf hinweist, dass die wirklich teuren Schmuckstücke nachts gar nicht im Geschäft verwahrt sind. Er betreibt zusammen mit seiner Frau zwei weitere Schmuck-Läden in Pressath (Kreis Neustadt/WN) und Kemnath (Kreis Tirschenreuth).
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Markus Schmidbauer aus Amberg in der Oberpfalz | 29.11.2016 | 14:35  
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