Myxomatose und China-Seuche bedrohen die Tiere
Impfungen schützen Kaninchen

Diese Kaninchen sind kerngesund. Damit sie es bleiben und sich nicht mit Myxomatose oder der China-Seuche anstecken, empfiehlt Tierarzt Dr. Bernd Lukas, die Tiere impfen zu lassen. Bild: Steinbacher

"Sie sterben entweder einen qualvollen Tod oder man schläfert sie ein", sagt Tierarzt Dr. Bernd Lukas über Kaninchen, die an Myxomatose erkrankt sind. Helfen könne nur eine Impfung. Der Veterinär erzählt, dass er in der Region bereits zwölf Tiere einschläfern musste, die daran erkrankt sind.

Nach Angaben von Sabine Falk, Vorsitzende des Tierschutzvereins, hatte der bundesweite Dachverband bereits Anfang September vor dem Ausbruch von Myxomatose gewarnt. Im Raum Ulm habe sich die Krankheit, die auch Kaninchenpest genannt wird, bereits ausgebreitet. Eine Frau aus Sulzbach-Rosenberg, die zwei Tiere hatte, musste nach Falks Angaben eines einschläfern lassen. Auffällige Symptome für die Krankheit sind laut Lukas schwere Schwellungen an den Augen, am Maul und an den Genitalöffnungen. "Wenn man das sieht, kann man fast schon sicher sagen, dass es Myxomatose ist", schildert Lukas die Deutlichkeit der Symptome.

Der Tierarzt hat aber auch schon gesehen, dass sich an den Löffeln der Tiere, also an ihren Ohren, Beulen und Quaddeln gebildet haben. "Das ist ein Zeichen für eine chronische Erkrankung." Auch das Verhalten der Tiere verändert sich, sie fressen nicht mehr, werden lethargisch. Werden die schwerkranken Kaninchen nicht eingeschläfert, erleiden sie einen qualvollen Tod. "Sie verhungern oder sterben an Organversagen." Lukas weiß, dass es vereinzelt Spontanheilung gibt. "Das sind Einzelfälle, aber die Tiere werden nicht mehr so richtig gesund."

Krankheit ist hoch ansteckendDr. Bernd Lukas bezeichnet die Myxomatose als eine hochansteckende Krankheit für Kaninchen. Eine Therapie gebe es nicht. Vorbeugen könne man lediglich durch eine Impfung. Dies sollte im Winter oder im Frühjahr geschehen, gegen die ebenfalls sehr gefährliche China-Seuche (RHD und RHD II) sogar zweimal pro Jahr. Das Virus, das die Myxomatose überträgt, verbreitet sich durch stechende Insekten. Ursprünglich war dies sogar gewollt. Stechmücken wurden einst gezielt eingesetzt, um beispielsweise einer Wildkaninchenplage in Australien Herr zu werden. Nach Europa brachte dieses Virus ein französischer Baron. Er ließ 1952 auf seinem eingezäunten Landsitz damit zwei Kaninchen infizieren. Wie hochansteckend diese für Kaninchen tödlich verlaufende Krankheit ist, weiß auch Tierschutzvereins-Vorsitzende Sabine Falk. „Wir haben unsere Kaninchen, momentan sind es 41, sofort impfen lassen.“ Und zwar sowohl gegen die China-Seuche als auch gegen Myxomatose.

Neben der Myxomatose kann auch eine weitere gefährliche Krankheit das Leben von Kaninchen bedrohen: RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease), auch China-Seuche genannt. Tierarzt Dr. Bernd Lukas erklärt, dass diese zum Beispiel vor 20 Jahren in Nordrhein-Westfalen ganz massiv aufgetreten ist. „Da sind die Tiere fast innerhalb eines Tages gestorben.“ Inzwischen gibt es RHD II. „In Amberg habe ich noch von keinem Fall gehört“, erklärt Lukas. Allerdings weiß er von einem auswärtigen Züchter, dass von dessen Bestand von 100 Tieren 90 daran gestorben sind.
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