Nach abgestürztem Putzteil: Deckenuntersuchung in Basilika läuft
Vor Jesu Nase tropft nur Mörtel

Bis zu 21 Meter hoch fährt der Kranarm samt Arbeitsbühne unter das Deckengewölbe von St. Martin. Hier sucht die Steinmetz- und Restaurationsfirma Wittmann aus Haibach Quadratmeter für Quadratmeter ab und prüft die Festigkeit von Putz und Gesimsen. Bilder: Steinbacher (2)

Das Jesuskind in der Basilika lächelt gelassen wie immer. Obwohl direkt vor seiner Nase der Mörtel von der Decke tropft. Aber der Gottessohn weiß natürlich: Von oben kommt nur Gutes, nichts Böses. Auch oder gerade an diesem Ort. Es sind bisher nur kleine Schönheitsreparaturen, die am Gewölbe im Inneren der Martinskirche nötig sind.

Amberg. (ath) Diese Botschaft kommt zwar nicht vom Jesuskind und der Marienstatue, auf deren Arm der himmlische Wonneproppen rechts am Altar sitzt, aber von der Steinmetzfirma Wittmann aus Haibach. Und die ist in dem Fall der Experte. Sie restauriert Kirchen in ganz Bayern und hat am Montag mit der Deckenuntersuchung in der Basilika am Marktplatz begonnen.

Pfarrei nimmt Sache ernst


Wie berichtet, ist Ambergs größtes Gotteshaus aus diesem Grund für rund drei Wochen gesperrt. Genauer gesagt hat ein kleiner, von der Apsis heruntergefallener Teil der Gesimsverzierung für diese Überprüfungsaktion gesorgt. Die Pfarrei St. Martin nahm diesen Vorfall Mitte Juni sehr ernst. Sie ließ die Schadstelle über dem Mittelgang umgehend von Statiker und Architektin, die derzeit die Turmsanierung außen betreuen, begutachten. Die Fachleute waren sich damals schon einig, dass es sich um einen älteren, keinen neuen Riss im Putz handelte. Somit bestand "keine akute Gefahr, dass vom Gewölbe selbst etwas herunterkommt", beruhigte Kirchenpfleger Josef Beer schon vergangene Woche. Und er betonte, dass man deshalb auch bis zu den Sommerferien mit der umfassenden Untersuchung warten konnte. Die erstreckt sich jetzt voraussichtlich bis 28. August aufs ganze Kirchenschiff.

Bisher kein neuer Schaden


Sicherheitshalber lässt die Pfarrei die gesamte Decke anschauen, um möglichen weiteren Rissen auf die Spur zu kommen.Tatsächlich haben Steinmetzmeister Carsten Schmidt und sein Mitarbeiter einzelne Stellen gefunden, die sie bearbeiten. Das sind aber nur zwei bis drei Millimeter breite Risse im Putz, die fürs Alter der Decke ganz normal und nicht bedenklich sind, unterstrich Schmidt am Freitag. "Wenn wir schon mal da oben sind, dann machen wir die gleich zu", begründete der Meister den Einsatz von Pinsel und Mörtel, der halt im feuchten Zustand leicht nach unten auf eine Plane tropft.

Außer an der noch nicht reparierten Apsis sind bisher keine weiteren Schäden aufgetaucht, wobei nach einer Woche rund 25 Prozent der Decke, vor allem im Altarraum, untersucht sind, sagte Beer. Deutlich hob er die vom Steinmetz bestätigte Einschätzung hervor, dass von der Apsis-Stelle keine akute Gefahr ausging. Somit bestand also im Juni "kein sofortiger Handlungsbedarf", und die Sache könne nun in Ruhe Stück für Stück abgeklopft werden - im wahrsten Sinn des Wortes. (Angemerkt)
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