Nach neuneinhalb Monaten Bauzeit eröffnet neuer Edeka-Markt in zentralem Wohngebiet
Bürger warten sehnsüchtig auf Nahversorger

Pfarrerin Heidrun Bock von der evangelischen Paulanerkirche und der katholische Regionaldekan und Nachbar von Hl. Dreifaltigkeit, Ludwig Gradl, segneten das neue Gebäude, die Mitarbeiter und alle Menschen, die hier ein- und ausgehen. Geschäftsinhaber Manfred Wiesmeth (alle von rechts) wünschten sie eine fruchtbare Zukunft. Bild: Steinbacher

Viele Kunden haben ihn schmerzlich vermisst. Fast elf Monate lang mussten sie auf ihren zentralen Nahversorger in einem der größten Wohngebiete Ambergs verzichten. Jetzt ist der Edeka-Markt an der Pfistermeisterstraße zurückgekehrt. Größer und schöner als je zuvor.

Wie sehr den Käufern ihre Einkaufsmöglichkeit mit Vollsortiment mitten im Dreifaltigkeitsviertel gefehlt hatte, zeigte sich gestern bei der Neueröffnung. Schon vor dem Aufsperren der Türen um 7 Uhr stand eine Traube von Leuten vorm Geschäft und wartete auf Einlass. Auch den ganzen Tag über war der Zustrom groß, freut sich der neue Ladeninhaber Manfred Wiesmeth.

2000 Käufer plus Besucher


Allein bis 17 Uhr registrierte er 2000 Einkäufe (geöffnet war, wie künftig an jedem Tag, bis 20 Uhr), wobei diese Zahl keineswegs mit der der Besucher identisch ist. Viele kamen auch nur aus Neugierde und zum Schauen vorbei - selbst das ein Zeichen, wie gespannt die Neueröffnung erwartet wurde. Tatsächlich hat sich der "Markt der Generationen", wie er offiziell heißt, gegenüber dem bisherigen Edeka-Auftritt am gleichen Standort total verändert (der alte Laden schloss Ende Januar). Beispiel dafür sind neben dem modernen weitläufigen Präsentationskonzept aller Waren auch die gewachsenen Frischetheken für Fleisch, Wurst, Käse und Fisch mit einer Länge von 18 Metern. Hinzu kommen 45 Meter Kühl- und 42 Meter Tiefkühlboxen sowie -wände; Obst und Gemüse werden offen auf 117 Quadratmetern angeboten.

Stadt tut viel für Nachfolge


Diese Zahlen lieferte Herbert Seufert, der Geschäftsbereichsleiter Vertrieb von Edeka Nordbayern/Sachsen/Thüringen, am Montagabend bei der offiziellen Einweihungsfeier mit geladenen Gästen. Oberbürgermeister Michael Cerny dankte ihm und Wiesmeth für das "unternehmerische Engagement". Er erinnerte an die Sorge, auch vonseiten der Stadt, dass nach der Schließung des alten Marktes keine Nachfolgenutzung kommen könnte. Das galt es nach seinen Worten abzuwenden, weshalb die städtischen Entscheidungsstellen einem neuen Nahversorger mit seinen Wünschen und Erfordernissen gerne entgegengekommen seien. Diese reibungslose Zusammenarbeit mit den Behörden würdigte auch Herbert Seufert, bevor Heidrun Bock von der evangelischen Paulanergemeinde und Regionaldekan Ludwig Gradl von der benachbarten Stadtpfarrei Heilige Dreifaltigkeit die kirchliche Segnung des Gebäudes und der Menschen vornahmen.

Letzterer wies in seinen geistlichen Worten darauf hin, dass die meisten Leute hierzulande "glücklich sind, weil wir alle Gaben vor uns haben, kaufen und verzehren können". Gradl bat die Gesellschaft darum, "auch an die Menschen zu denken, die nicht so gut einkaufen können, die nicht so viel haben wie wir". Der großzügige Markt mit 1850 Quadratmetern Verkaufsfläche beherbergt im Eingangsbereich auch einen Shop der Bäckerei Schaller mit Café. Der OB sprach von einem "Treffpunkt und einer weiteren Kommunikationsmöglichkeit, die hier beim Nahversorger Hand in Hand gehen".

Vom Marktleiter zum Edeka-UnternehmerFür eine Gesamtsumme von über fünf Millionen Euro hat die Edeka-Genossenschaft den Neubau an der Pfistermeisterstraße samt 127 Parkplätzen und Umfeld erstellt. Manfred Wiesmeth investierte in Einrichtung und Waren zum Start weitere 1,5 Millionen Euro. Der gelernte Handelsfachwirt ist Inhaber und Betreiber des Geschäfts mit dem Edeka-Sortiment von über 25 000 Artikeln. Der 43-Jährige war nach eigener Auskunft zuvor schon über 20 Jahre für Edeka tätig, zuletzt als Marktleiter, unter anderem in Schwarzenfeld und Kümmersbruck. Bei der Einweihungsfeier dankte er neben den Baufirmen und den Nachbarn, die diese Zeit mit vielen Fahrzeugen, manchem Lärm und Schmutz "aushalten" mussten, vor allem auch seinen 35 Mitarbeitern. Sie alle hätten in den vergangenen Wochen weit Überdurchschnittliches geleistet, um die noch vor Weihnachten geplante Eröffnung so punktgenau hinzubekommen. (ath)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.