Neue Atemschutz-Übungsanlage in Amberg
Bis zu 60 Grad und völlig dunkel

In völliger Dunkelheit müssen sich die Übungsteilnehmer gruppenweise durch den aus Gitterstäben gefertigten Atemschutzübungsparcours tasten. Wobei Zeiten für einen Durchgang zwischen 15 und 20 Minuten schon an die Leistungsfähigkeit der Atemschutzträger gehen, hieß es bei der Vorstellung am Mittwoch. Bilder: gf (2)

Die Stadt und der Landkreis sind sich der Bedeutung ihrer Feuerwehren bewusst. Und der Notwendigkeit einer neuen Atemschutz-Übungsanlage. Weder im Kreistag noch im Stadtrat gab es Diskussionsbedarf.

Amberg. (gfr) Als vor 35 Jahren die neue Feuerwache am Schießstätteweg gebaut wurde, war die zeitgleich errichtete Atemschutz-Übungsanlage die modernste ihrer Art in Bayern. Vor der Inbetriebnahme der neuen Übungsstrecke betonte Stadtbrandrat Bernhard Strobl, dass in mehr als drei Jahrzehnten (bei jährlich über 650 Übungsdurchgängen) das Material verschlissen und die Überwachung störanfällig geworden sei. Wirtschaftlich sinnvoll sei nur eine komplette Erneuerung und die Anpassung auf den neuesten Stand der Technik gewesen, um die erhöhten Anforderungen der aktuellen Feuerwehr-Dienstvorschriften zu erfüllen.

In die Finanzierung seien Stadt und Landkreis mit jeweils 40 000 Euro eingebunden worden. Mit weiteren 50 000 Euro staatlicher Förderung seien die Kosten von 130 000 Euro abgedeckt worden. Strobl hob die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Kämmerer Franz Mertel und Richard Hübner von der Finanzverwaltung des Landkreises hervor. Matthias Hofmann, Ausbildungsleiter Atemschutz in Amberg, habe die Übungsanlage geplant und Thomas Forster die Ausschreibung bearbeitet. OB Michael Cerny meinte, dass alle wissen, wie wichtig eine gut ausgebildete Feuerwehr sei. Zu dieser Ausbildung gehöre auch die Schulung der Atemschutzträger. Kreisbrandrat Fredi Weiß sagte, dass im Kreistag über Sinn, Nutzen und Notwendigkeit der neuen Übungsanlage nicht diskutiert worden sei, denn nach 35 Jahren war eine Anpassung einfach erforderlich. Jährlich belegen die Landkreisfeuerwehren die Anlage mit 50 Grundlehrgängen und gut 400 Wiederholungsübungen.

Die neue AnlageDer Übungsparcours ist 42 Meter lang, hat vier Durchstiege, vertikale und diagonale Verengungen, eine Katzenklappe, eine 60 Grad heiße Hitzekammer, eine kurze Industrie-Strecke in Form eines nachgebildeten Tanks und Schlaghämmer. Jeder Atemschutzträger wird für die Übung mit einem persönlichen Transponder und einem Pulsfrequenzmesser ausgestattet. Der Transponder meldet den Aktiven bei jedem Übungsteil an. Der Pulsfrequenzmesser stellt sicher, dass niemand seine Leistungsfähigkeit überschreitet. Nach Übungsende erhält jeder Teilnehmer einen Ausdruck der gemessenen Daten, die dann gelöscht und nicht abgespeichert werden. Bevor es auf die Strecke geht, müssen drei Übungen im Fitness-Raum absolviert werden. Im Übungsraum herrscht vollkommene Dunkelheit, außerdem können Störgeräusche und Lichteffekte eingespielt werden. Über einen Monitor werden alle Teilnehmer überwacht; sie könnten bei einem Schwächeanfall aus dem Parcours geholt werden. (gfr)
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