Neuer Eigentümer favorisiert Beherbergung, Dienstleister und Wohnen
Willkommen im Hotel Josefshaus?

Die Glasfassade des großen Saals soll ebenso erhalten bleiben wie das Prechtl-Kunstwerk. Dahinter werden wohl drei Ebenen liegen; am Dach ist Wohnen vorgesehen. Rechts unten die Einfahrt zur Tiefgarage mit 21 Plätzen.
 
Organisiert von CSU-Chef Stefan Ott, stellten Klaus Herdegen und Georg Zunner (von rechts) den Christsozialen die Pläne vor. Bilder: Steinbacher (2)

Für Architekt Georg Zunner wäre es "ein Traum". Und auch Bauherr Klaus Herdegen spricht schon von einer "leicht favorisierten" Lösung: Aus dem leerstehenden Josefshaus am Kaiser-Wilhelm-Ring könnte ein Hotel werden. Zumindest auf zwei von vier Ebenen, die im einstigen Veranstaltungssaal inklusive neuem Dach untergebracht werden können, wäre diese Variante denkbar.

Das inklusive weiterer Pläne und ebenso möglicher Alternativen gab der neue Eigentümer am Samstagvormittag bei einem Besuch von CSU-Kreis- und -Ortsverband Stadtmitte bekannt. Klaus Herdegen stellte die von ihm, seiner Ehefrau Heike Bogner und Architekt Georg Zunner entwickelten Ideen erstmals öffentlich konkreter vor.

Dabei betonte er, dass "für ein Hotel in Amberg Bedarf da wäre" und dass der Standort dafür durchaus geeignet ist. Und zwar nicht nur wegen der prominenten Lage an einer der Hauptzufahrtstrassen zur City und am vierspurigen Altstadtring, sondern auch weil der Fünf-Flüsse-Radweg hier vorbeiführt und das ACC als großer Veranstaltungsort, aber auch die Innenstadt in unmittelbarer Nähe liegen. Im Museum ist obendrein die neue Abteilung über Ambergs weltbekannten Maler Michael Matthias Prechtl, mit der die Stadt noch stärker werben und Besucher von auswärts anlocken will. Das Josefshaus trägt an seiner Fassade ein Sgraffito des Künstlers, das erhalten wird und so die Brücke zum Thema und vielleicht zum Hotel schlägt.

"Wir könnten uns das sehr gut vorstellen", sagte Herdegen und bekam von etlichen anwesenden Stadträten schon mal wohlwollendes Nicken für die noch ausstehende Genehmigung signalisiert. Eine Alternative sieht in Erd- und erstem Obergeschoss eine ebenso denkbare Gastronomie vor, während auch bei anderen Varianten im zweiten Stock stets Flächen für Dienstleiter und am Dach für Wohnungen gesetzt sind.

Schrecken und Kolpings ErbeAngemerkt von Thomas Amann

Keine Frage: Der schreckliche Unfall mit zwei Todesopfern am Beethovenplatz hat das vergangene Wochenende überschattet. Er trübte manchem die Freude zum ersten Advent, auch wenn Samstag und Sonntag mit Veranstaltungen zur sogenannten staaden Zeit schon vollgepackt waren. Das Unglück platzte zeitlich auch mitten in den Termin im Josefshaus, der heute eigentlich auf der ersten Lokalseite ganz oben stehen sollte. Der Bericht rutschte, der Gewichtung der Ereignisse folgend, nach unten, hat aber neben der gebotenen Priorität für den Unfall dennoch ein paar ergänzende Worte verdient. Oberbürgermeister Michael Cerny drückte es so aus: "Wir können froh sein, solche Unternehmer zu haben (Klaus Herdegen ist geschäftsführender Gesellschafter der erfolgreichen Firma Lüdecke), die sich für die Stadt und den Standort begeistern."

Tatsächlich hat der Amberger ein Faible für Altbausanierungen und entwickelte dadurch und mit seiner Heimatliebe auch ein Herz fürs Großprojekt am Altstadtring. "Jemand, der mit diesem Hintergrund das Stadtmarketing regelrecht lebt, ist nur positiv", lobte der OB den 46-Jährigen und die Wiederbelebung des Josefshauses, das sich seit seiner Schließung vor zwei Jahrzehnten immer mehr zum Schandfleck entwickelt hat. "Ich find's echt klasse, dass was passiert", würdigte Cerny gleichermaßen die Hotel-Idee, die gut zur einstigen Intention des Hauses und zum Fassaden-Sgraffito von Michael Mathias Prechtl passt: "Vater Kolping begrüßt einen Handwerker" lautet dessen Titel. Wobei wir im Hotel Josefshaus künftig nicht nur Handwerker gerne begrüßen würden.
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