Nicht Burg, nicht Schloss
Ein Luftballon hat's schwer

Mit der historischen Altstadt wirbt Amberg auf der Autobahn. Allerdings gibt es Überlegungen, auch an den Einfallstraßen entsprechende Schilder aufzustellen. Archivbild: Huber

Wer kennt sie nicht, diese braunen Schilder an den Autobahnen, offiziell Unterrichtungstafeln genannt. In drei Sekunden - so kurz ist es nämlich gefühlt, bis man an ihnen vorbei ist - erfährt man, dass Erlangen Universitätsstadt ist, Nürnberg einen Zoo hat. Und Amberg eine historische Altstadt.

Doch die Stadt hat noch mehr zu bieten. Beispielsweise ein Luftmuseum. Außerdem ist sie Luftkunstort. Und das könnte man toll vermarkten. Wenn auch nicht auf den Unterrichtungstafeln an der A 6, dann doch wenigstens auf den Einfallstraßen zur Stadt, meinte der Kulturausschuss in einer früheren Sitzung. Kulturreferent Wolfgang Dersch hatte sich im Vorfeld beim Staatlichen Bauamt erkundigt, ob das zulässig ist, eventuell an der B 85 oder an der B 299.

Josef Lorenz (Amberger Bunt) findet Schilder an den Einfallstraßen markanter. "An der Autobahn fährt man schnell vorbei", sagte er bei der Sitzung des Kulturausschusses. Das sieht Bürgermeister Martin Preuß nicht anders: "Die Schilder werden meiner Meinung nach überbewertet", meinte er. "Wenn man vorbeirauscht, sieht man die gerade mal drei Sekunden." Grafiker Wilhelm Koch hat auch schon Vorschläge ausgearbeitet, denn vorgegeben sind der braune Hintergrund des Schildes und die weiße Schrift. Eine Version sieht als Emblem für den Luftkunstort einen Luftballon vor. Doch halt, so einfach ist das nicht - könnte ja jeder kommen und ein Emblem kreieren.

Wozu gibt es denn eine Vorschrift?! Die nämlich regelt auch, welche Embleme es sein müssen für touristische Wegweiser. Die Silhouette einer Burg zum Beispiel. Oder eines Schlosses. Schön und gut, hilft aber jetzt für den Luftkunstort Amberg nicht wirklich weiter. Ein Luftballon hingegen ist nicht in der Emblem-Liste. Noch nicht, möchte man sagen. Denn schließlich lässt sich jede Liste beliebig erweitern. Sieht auch Bürgermeister Martin Preuß so. Auf das Luftballon-Emblem hätte Amberg quasi das Copyright, unkte er. Bleibt fraglich, welche Stadt, die nicht Luftkunstort ist, den Luftballon überhaupt brauchen könnte. Schaut nicht so aus, als würden die Kommunen dafür Schlange stehen. Dass es prinzipiell gut ist, zu werben, leuchtete allen Ausschussmitgliedern ein. Deshalb soll die Sache mit den Schildern weiterverfolgt werden. Könnte auch sein, dass angesichts der Kosten für ein neues Emblem die Sache mit dem Luftballon gleich durch ist. (san)
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