Notorische Brandstifter vor dem Jugendschöffengericht
Und immer wieder Dixie-Klos

Amberg/Schwandorf. Die seltsamen Späße der zwei jungen Männer sorgten für zahlreiche Feuerwehreinsätze. Sie zündeten Dixie-Klos auf Baustellen an und setzten Müllcontainer in Brand. Bei einem Prozess verdeutlicht sich nun: Aus purer Langweile heraus wurden 32 Straftaten verübt.

Einer darf gehen


Es gibt vier Angeklagte zwischen 19 und 23 Jahren bei dieser Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht in Amberg. Zwei stehen als Haupttäter in den Ordnern von Staatsanwalt Tobias Kinzler, die anderen gelten als Mitläufer. Einer von ihnen durfte am ersten Prozesstag gehen. Weil er lediglich an einer der nahezu drei Dutzend Straftaten beteiligt war und das sofort zugab, wurde sein Verfahren eingestellt. Dafür muss der junge Mann 50 Arbeitsstunden ableisten.

Die Beschuldigten wohnen im Kreis Schwandorf. Zwar relativ weit entfernt voneinander, doch offenbar gute Kumpels. Zwei von ihnen fassten im August 2014 den Entschluss, vornehmlich mit dem Feuerzeug auf Zerstörungstour zu gehen. Was dann passierte, war gleichsam ein Marschbefehl für zahlreiche Feuerwehren in den Kreisen Schwandorf und Amberg-Sulzbach.

Ein bevorzugtes Objekt der 21 und 19 Jahre alten Haupttäter waren sogenannte Dixie-Klos auf Baustellen. In Schwarzenfeld und bei Pittersberg wurden solche mobilen Abortanlagen auf Baustellen in Brand gesetzt, auch nach Nabburg, Pfreimd und Wackersdorf kamen die Täter. Das ging weit über ein Jahr lang so. Außerdem loderten Container und Abfalleimer. Zum Beispiel in Nittenau, Nabburg und Schwarzenfeld. Es gab noch andere sinnlose Übergriffe. Der merkwürdigste dabei: Aus einem Schwarzenfelder Kindergarten wurde ein Bobbycar geklaut. Meist entstand bei den Brandlegungen ein Schaden von unter 1000 Euro. Heftig aber wurde es im Juni 2014, als die zwei Haupttäter in Schwarzenfeld einen Müllcontainer anzündeten. Die Flammen griffen anschließend auf ein Garagengebäude über und richteten über 12 000 Euro Schaden an.

Auf frischer Tat


Unter dem Strich steht nun eine Summe, die sich bei rund 30 000 Euro einpendelt. Lange Zeit suchte die Polizei vergebens nach den Tätern. Sie hatten auch Baucontainer aufgebrochen und Fahrräder geklaut. Bei einem dieser Raddiebstähle ging die Serie zu Ende. Sie wurden auf frischer Tat ertappt und kamen in U-Haft. Anschließend blieben die Männer einige Zeit hinter Gittern.

Über eine Stunde lang führten die Verteidiger Peter Grau (Burglengenfeld) und Jürgen Mühl (Amberg) sowie Staatsanwalt Kinzler ein Rechtsgespräch mit den Richtern. Dann sicherte Vorsitzender Peter Jung den Haupttätern Freiheitsstrafen von nicht über zwei Jahren zu und signalisierte eine Aussetzung zur Bewährung. "Sie müssen allerdings ein Geständnis ablegen", verlangte er. Das taten die Beschuldigten.

Mit den Geständnissen war die Länge des auf fünf Tage angesetzten Verfahrens abgekürzt. Dennoch mussten zwei von vorher vielen geladenen Zeugen gehört werden. Der dritte noch mit auf der Anklagebank sitzende 23-Jährige soll dabei gewesen sein, als auf einer Baustelle Gerätschaften abhanden kamen. In seiner Vernehmung bestritt er das. Der Prozess wird fortgesetzt.
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