Nutzung des Ring-Theaters Amberg
Traum von Popcorn und Kunst

Udo Hartmann, Vorsitzender des Arbeitskreises Hochschule und Kultur der Kreis-CSU (rechts), lobte das besondere Ambiente des Ring-Theaters. Dessen Besitzer Andreas Wörz (Mitte) stellte seine Pläne zur künftigen Nutzung des Kinosaals vor. Kultur-Events, Theater und Kleinkunst könne er sich vorstellen. Bild: gf

Das Ring-Theater hat Zukunft, daran hat Andreas Wörz keinen Zweifel. Wie die weitere Nutzung aussehen soll, davon überzeugten sich am Dienstag die Mitglieder des Arbeitskreises Hochschule und Kultur im CSU-Kreisverband Amberg.

Vor dem Rundgang durch die Räume des Ring-Theaters meinte Udo Hartmann, Vorsitzender des CSU-Arbeitskreises Hochschule und Kultur: "Es gibt wahrscheinlich keinen Amberger, der älter als 20 Jahre ist, der sich noch nie einen Film im Ring-Theater angesehen hat." Zur künftigen Nutzung meinte der Besitzer Andreas Wörz, dass sich neben dem Multiplex-Kino am Kreisverkehr ein weiteres klassisches Kino in Amberg niemals lohnen werde. Er schloss jedoch gelegentliche Filmvorführungen nicht aus. "Denn die Technik ist voll funktionstüchtig."

Auch Seminare möglich


Wenn er seine Vorstellungen verwirklichen kann, gibt es bald Kultur-Events, Theater und Kleinkunst. "Aber auch für Seminare mit bis zu 200 Teilnehmern ist der Saal nutzbar." Die Bühne vor der großen Leinwand hat eine zu geringe Tiefe, daher soll sie in den Saal hinein auf gut 120 bis 140 Quadratmeter vergrößert werden, um auch größeren Bands Platz zu bieten. Wörz meinte, dass direkt vor der Bühne beispielsweise Bistrobestuhlung aufgestellt werden könnte. Größere Änderungen an der Bausubstanz seien derzeit nicht geplant. Der Brandschutz werde mit Hilfe des mit der Planung beauftragten Architekten Maxim Ziegler nachgebessert.

Tiefgarage wäre gut


Eine komplette energetische Sanierung des gesamten Gebäudes, das auch im nördlichen Teil zu Wohnzwecken genutzt werde, sei wegen zu hoher Kosten aktuell nicht vorgesehen. "Derzeit plane ich nur für die nächsten zwei Jahre", so der Besitzer. Er strebe eine Zusammenarbeit mit den umliegenden Gastronomen an.

Gegen eine öffentliche Tiefgarage auf dem Gelände des ehemaligen Bürgerspitals habe er nichts. Im Gegenteil, diese Tiefgarage brächte nach seiner Ansicht Leben in die Altstadt. Gerne würde Wörz sich mit dem Investor kurzschließen, der das Bürgerspitalareal bebauen will.

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Dieter Mußemann betonte, dass das Ring-Theater erhalten werden sollte. "Denn dieser alte Saal hat Charme."

Zu prüfen sei auch, ob eventuell Mittel aus der Städtebauförderung locker gemacht werden können. "Dieses Ambiente muss bleiben", betonte auch Udo Hartmann.

"2013 wurde die Vorführ-Technik auf digital umgestellt", erklärte Andreas Wörz. Er betonte, dass eine filmtechnische Nutzung des Saales immer ermöglicht werde, egal welche Lösung sich entwickle. Nicht unerheblich dürften seiner Meinung nach die Möglichkeiten sein, die sich für die Studenten der Ostbayerischen Technischen Hochschule, Fachrichtung Medienproduktion und Medientechnik, eröffnen. "Denn sie könnten ihre Erkenntnisse im Ambiente eines richtig alten Kinosaals präsentieren."

"Arbeiten zusammen"


"Wir arbeiten längst zusammen", meinte die OTH-Präsidentin Dr. Andrea Klug. Und so wie Klug und Wörz am Rande die Köpfe zusammensteckten, wird diese Zusammenarbeit sicher noch intensiviert.

Wörz: "Mein Traum ist Popcorn aus der Tüte, und das wird es auch in Zukunft im Ring-Theater geben, ganz egal wie sich die weitere Nutzung gestaltet".

Vorbild Ansbach"Um die 150 Veranstaltungen müssten wir jährlich auf die Beine stellen", so Andreas Wörz, Besitzer des Ring-Theaters. Sein größtes Vorbild sei Ansbach, wo ein Kulturverein mit weit über 1000 Mitgliedern als Veranstalter auftritt. Mit etwa 120 000 Euro bezuschusse Ansbach den dortigen professionell vermarkteten Kulturtempel.

Auch in Amberg könnte sich Wörz einen Kulturverein vorstellen, der dann einen hauptamtlichen Geschäftsführer mit Detail-aufgaben zur Vermarktung des Ring-Theaters betrauen würde. Wer seinen Lieblingsfilm alleine, zu zweit oder mit bis zu 200 Gästen ansehen will, dem würde Andreas Wörz das bei rechtzeitiger Voranmeldung ermöglichen. "Der Preis ist verhandelbar." (gfr)
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