Originalgetreu wie im Mittelalter
Neuer Anstrich für das Walfischhaus

Elfriede Walleter zeigt ein Dokument, das besagt, dass die Familie ihres Mannes das Haus in der Löffelgasse 1902 kaufte.

Bald sehen die Betrachter des Walfischhauses wieder schwarz. Die Fassade des historischen Gebäudes wird renoviert. Mit Ruß und Wachs - originalgetreu wie im Mittelalter.

Zuletzt war das auffällige Gebäude in der Löffelgasse ziemlich verblasst. "Die Stadtführer wollten nicht mehr daran vorbeigehen", erzählt Eigentümerin Elfriede Walleter. Doch bald ist es wieder tiefschwarz, wie im 17. Jahrhundert, als der Färber Samuel Hetzendörfer dort wohnte und arbeitete. Der Schwarzfärber hing im Giebel des Hauses seine Tücher auf und passte die Wandfarbe entsprechend an. Seit 1902 ist das Haus in Besitz der Familie des Spediteurs Hans Walleter. Bevor sie das Gebäude 1983 zuletzt sanierte, erstrahlte es im zarten Rosa.

"Die Arbeiter haben damals mit Fingernagelfeilen 15 Farbschichten freigelegt. Darunter kam plötzlich die Originalfarbe zum Vorschein", erklärt seine Gattin. Schwarz war das Walfischhaus gewesen und schwarz soll es wieder sein. Auf etwa 100.000 Euro schätzt Elfriede Walleter die Kosten für die Renovierung. Darum kümmert sich eine Werkstätte für Restaurierung aus Parsberg. Nach den Vorgaben des Denkmalschutzes arbeiten die Handwerker wie im Mittelalter. Baustellenleiter Peter Kreuzer zeigt auf einen unscheinbaren Kübel mit schwarzer Farbe. "Da haben wir Ruß mit Leinöl gebunden." Flammruß oder Lampenschwarz nennt sich die Farbe.

Die Baustelle bleibt noch bis Ende Oktober bestehen. "Wir brauchen mehrere Lasuren. Dazwischen muss es immer wieder trocknen", kündigt Kreuzer an. Danach kommt Carnauba-Wachs auf die Außenwand, das dann aufpoliert wird. Auch die aufwendigen Fischgestalten an der Außenseite des Miethauses mit elf Wohnungen werden restauriert. "Wie vor 250 Jahren. Alles mit der Hand und ohne Maschinen", sagt Kreuzer stolz.

Wie lange der Anstrich hält, kann der Handwerker nicht sagen. Besonders Tauben sieht Elfriede Walleter als starke Bedrohung. "Wir können machen, was wir wollen. Es werden immer mehr", klagt sie.

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