OTH stellt ersten Nachhaltigkeitsbericht vor
Schöne Worte reichen nicht

Nachhaltigkeit braucht eine Standortbestimmung. Als vielschichtigen Bericht stellten die nötigen Kriterien (von links) OTH-Präsidentin Andrea Kluge, der Leiter des Instituts für Nachhaltigkeit, Bernhard Bleyer, Vizepräsidentin Christiane Hellbach und Institutsmitarbeiter Alexander Herzner vor. Bild: Steinbacher

Technik und Wirtschaft eilt nicht der Ruf einer ausgeprägten Sensibilität voraus. In der Regel sollen und wollen sie einfach nur funktionieren. Das ist zu wenig, wächst die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit keine Floskel bleiben darf.

Dieses Anliegen vertritt seit ihrer Gründung die heutige Ostbayerischen Technische Hochschule (OTH) Amberg-Weiden. Umwelttechnik spielte von Beginn an eine wichtige Rolle in der inhaltlichen Ausrichtung. Mit der Gründung des Instituts für Nachhaltigkeit in Technik und Wirtschaft folgte 2012 ein weiterer konsequenter Schritt, der nach wie vor in der deutschen Hochschullandschaft einzigartig ist.

Aus dem eigenen Haus


Darauf ist Präsidentin Prof. Dr. Andrea Kluge stolz und stellte zusammen mit Vizepräsidentin Prof. Dr. Christiane Hellbach und Institutsleiter Prof. Dr. Bernhard Bleyer am Donnerstag erstmals einen "Bericht zur nachhaltigen Entwicklung" des eigenen Hauses mit den beiden Standorten Amberg und Weiden vor. Kluge sprach von einem durchaus "bedeutsamen Ereignis mit Blick auf die Strategie unserer Hochschule mit einer starken Profilbildung im technisch-ökologischen Bereich". Mit dem Institut für Nachhaltigkeit, das eng an die Präsidialverwaltung angegliedert ist, sieht sie ein Instrumentarium, "angewandte Ethik in Lehre und Forschung" zu tragen.

Bleyer beschrieb das 50-Seiten-Papier unter anderem als eine mit Fakten untermauerte, vielschichtige Standortbestimmung für die OTH. Sie sei darauf ausgerichtet, alle Aktivitäten der Hochschule, ihrer Studenten, Partner in der Wirtschaft und als Ressourcen verbrauchende Einrichtung unter dem Nachhaltigkeits-Aspekt zu erfassen.

"Ständiger Prozess"


Der Energie- und Wasserverbrauch des Gebäudemanagements taucht deshalb in dem Bericht ebenso auf, wie die gepflegten Kontakte zu ähnlich ausgerichteten internationalen Foren, die Veranstaltungen des OTH-Ethik-Forums, mit Preisen bedachte Entwicklungshilfe-Initiativen von Studenten oder die Entwicklung eines Zertifizierungs-Verfahrens zur Beurteilung von Nachhaltigkeits-Kriterien. Bleyers Problem: Noch fehlt es ihm an vergleichbaren Einrichtungen anderer deutscher Hochschulen, um seine Standortbestimmung daran messen zu können.

"Wir sind erst auf dem Weg vom Projekt zur Systematisierung", markierte der Institutsleiter seinen vielversprechenden Ansatz. "Das ist nicht etwas, das einmal zu Ende geht, sondern ein ständiger Prozess", beschrieb auch Hellbach den ersten OTH-Nachhaltigkeitsbericht als langfristig angelegt.
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