OTH weiht Technikum für Kraft-Wärme-Kopplung ein und blickt damit über Europas Grenzen hinaus
„Ein Schaufenster der Energiewende“

In der Halle des Technikums können kleine Blockheizkraftwerke aufgebaut und erprobt werden. Bild: Steinbacher

Als OTH-Präsidentin Andrea Klug bei der Einweihung des Technikums für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) am Donnerstag das Laborgebäude als "neuen Leuchtturm im Bereich der Energie- und Ressourcen-Effizienz" bezeichnete, wollte das Bild nicht so recht zur gedrungenen Form des Hauses passen. Mit dem "weiteren Meilenstein in der Entwicklung unserer Hochschule" traf sie es aber genau. Zum Festakt war Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle aus München angereist.

Professor Markus Brautsch, der Leiter des Kompetenzzentrums KWK, legte Wert darauf, dass an der OTH das Thema erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung schon lange vor Fukushima aufgegriffen worden sei. Seit 2005 betreibe man den Technologietransfer, weil damals die ersten Firmen diese Forschung umsetzen wollten. "Für die Studenten ist ein Projekt bei Bögl viel interessanter, als ein Thermodynamik-Buch aufzuschlagen", machte Brautsch den Reiz deutlich. Das Kompetenzzentrum beschäftige 6 Professoren, 6 wissenschaftliche Mitarbeiter und permanent 6 studentische Hilfskräfte. Am Institut für Energietechnik sorgten zugleich 20 wissenschaftliche Mitarbeiter für den Technologietransfer.

Für Hochschulrat Professor Andreas Hornung, den Direktor des Instituts Fraunhofer Umsicht, bietet das Technikum die Möglichkeit, die Amberger Kraft-Wärme-Kopplungs-Anstrengungen schnell und nachhaltig in die bestehende Forschungslandschaft einzubauen. Diese Vernetzung auch über Europa hinaus stärke die gesamte OTH Amberg-Weiden. Baudirektor Peter Thumann nannte das Technikum ein "Schaufenster der Energiewende" sowie eines der anspruchsvollsten Projekte des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach - "und eines, das uns am meisten am Herzen lag". Dabei sei ständig "das Damoklesschwert des stringenten Kostendeckels von 1,8 Millionen Euro" über dem Projekt geschwebt. "Ich habe noch nie eines erlebt, bei dem jeder Cent so oft umgedreht wurde", blickte Thumann zurück.

Dieser Umstand habe das Bauamt aber ebenso gereizt wie die technischen Herausforderungen eines "Gebäudes, das fast selbst zur Maschine wird". Durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der OTH sei die Unternehmung zu einem Positiverlebnis geworden, "wie ich es nur selten gehabt habe".

Raphael Lechner, der Geschäftsführer des Kompetenzzentrums KWK, wies darauf hin, dass der hier erzeugte Strom ins Netz der Stadtwerke eingespeist werde, wofür man ein eigenes Verfahren entwickelt habe. Die kirchliche Segnung des Gebäudes nahmen Pfarrerin Heidrun Bock, Regionaldekan Ludwig Gradl und Hochschulseelsorger Dr. Markus Lommer vor. (Seite 3)
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