Panzerbrigade 12 geht 2017 wieder in Auslandseinsätze
In den Kosovo, aber auch nach Mali

"Mali ist ein relativ neues Einsatzgebiet." Zitat: Brigadegeneral André Bodemann
 
Einen großen Rückkehrer-Appell hatte es im April auf dem Marktplatz für die Soldaten der Panzerbrigade 12 Oberpfalz gegeben. Im nächsten Jahr stehen die nächsten Auslandseinsätze an, unter anderem im Kosovo und in Mali. Archivbild: Huber

Als die Soldaten im April zum Heimkehrerappell auf dem Marktplatz antraten, empfing sie ein warmes "Willkommen dahoam". Im nächsten Jahr steht für rund 600 bis 700 Angehörige der Panzerbrigade 12 der nächste Einsatz an: Sie gehen in den Kosovo und nach Mali.

2017 ist für die Panzerbrigade 12 wieder ein großes Einsatzjahr, sagt General André Bodemann, der noch bis Oktober als Brigadegeneral im Einsatz sein und danach für ein Jahr nach Afghanistan gehen wird. Rund 600 bis 700 Soldaten werden an friedenssichernden Maßnahmjen im Ausland teilnehmen: im Kosovo (im Rahmen von KFOR) und in Mali. Einzelne Soldaten werden außerdem an anderen Missionen teilnehmen, unter anderem auch in Afghanistan.

Auf Norden ausgedehnt


"Mali ist ein relativ neues Einsatzgebiet", sagt Bodemann über den Binnenstaat in Westafrika. Die Mission der Vereinten Nationen, an der sich die Bundeswehr beteiligt, soll das Land stabilisieren. Von den 600 bis 700 Soldaten der Panzerbrigade, die 2017 wieder in den Auslandseinsatz gehen werden, sind laut Bodemann circa 130 für Mali vorgesehen. Das Einsatzgebiet war zunächst auf den Süden (Bamako) beschränkt, wurde inzwischen aber auf den Norden ausgeweitet. Ob Kosovo oder Mali: Viele Familien sind in Sorge um die Soldaten, wenn diese im Auslandseinsatz sind. Brigadegeneral André Bodemann kennt diese Ängste nur zu gut. Unterstützung bekommen die Angehörige der Soldaten in den sogenannten Familienbetreuungszentren. "Die gibt es an jedem unserer Standorte", erklärt der Kommandeur. Dort finden die Familien Ansprechpartner, die ihnen rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Aber auch wenn in den Familien zu Hause etwas passiere, bekämen die Betroffenen Unterstützung. Laut André Bodemann wird diesbezüglich die Kameradschaft sehr groß geschrieben.

Wann und wohin


Die Planung der Auslandseinsätze begann damit, die Personallisten zusammenzustellen. Konkret geht es dabei um die Frage, wer geht und wann er geht. Auch die Vorbereitung nimmt einen breiten Raum ein. Zuerst sind diejenigen dran, die als erstes in 2017 dann in den Einsatz gehen werden. Die individuelle Vorbereitung umfasst laut Bodemann Schieß- und Sanitätsausbildung, aber auch interkulturelle Kompetenzen und die persönliche Fitness.

Zu berücksichtigen seien zudem die jeweiligen Aufgaben der Brigade-Angehörigen, ob sie beispielsweise als Fahrer, Sicherungssoldat oder Berater eingesetzt sind. Die Vorbereitung beginnt beim einzelnen Soldaten und setzt sich über ein Team bis zu einem ganzen Kontingent fort. Am Ende steht eine große Abschlussübung: In Rollenspielen werden Aufgaben gestellt, die dazu dienen, die Einsatzreife zu überprüfen. "Erst dann können die Einheiten in den Einsatz gehen", sagt Bodemann und macht deutlich: "Langweilig wird uns ganz bestimmt nicht." (Angemerkt)

Mali ist ein relativ neues Einsatzgebiet.Brigadegeneral André Bodemann


Umzug nach ChamNach den Auslandseinsätzen 2017 ist für die Panzerbrigade 12 Oberpfalz wieder ein einsatzfreies Jahr. Oder wie es ihr Kommandeur, General André Bodemann formuliert, ein Ausbildungsjahr. Die Soldaten würden 2018 dann wieder ihre klassischen Operationen üben: Verteidigung, Verzögerung, Angriff. Doch in zwei Jahren steht für die Panzerbrigade 12 auch ein wichtiger Umzug an: Ihr Stab wird von der Amberger Leopoldkaserne nach Cham verlegt. Der Umzug wird wohl im ersten Quartal über die Bühne gehen, laut Bodemann soll das möglichst schnell passieren, innerhalb von ein bis zwei Wochen. "Wir müssen aber in dieser Zeit trotzdem handlungsfähig bleiben", sagt er über die Brigade, deren Kommando er im Oktober abgeben wird.

Bodemann weiß nur zu gut, dass der Abschied von Amberg ein Schritt sein wird, der für viele, vor allem für ältere Soldaten, mit viel Wehmut verbunden sein wird. "Damit geht eine lange Tradition zu Ende", sagt er über die Verlegung. "Wir haben uns hier sehr wohlgefühlt", spricht er für die Brigade. Zugleich ist er sich aber sicher: "Wir werden uns auch in Cham wohlfühlen." (san)
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