Pfründner im Spital
Vortrag von Dr. Laschinger

Das farbenfrohe Wappen von Stadt und Spital stammt aus dessen Salbuch von 1578 (Stadtarchiv Amberg Bände 402). Bild: hfz

1317 stiftete König Ludwig der Bayer den "armen laeuten ze trost" und den Amberger Bürgern außerhalb der ummauerten Stadt ein Spital.

Damit entstand "nicht nur ein Armenspital, sondern (auch) ein Bürgerspital" (Hans-Jürgen Becker, Rechtswissenschaftler). Über die Geschichte des Bürgerspitals referiert am Dienstag, 2. Februar, Archivdirektor Dr. Johannes Laschinger bei der Regionalgruppe des Historischen Vereins. Beginn ist um 19.30 Uhr im KEB-Bildungszentrum, Dreifaltigkeitsstraße 3. Der Eintritt ist frei.

Der in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung stattfindende Vortrag gibt einen Blick in das Innenleben der wichtigsten Wohltätigkeitsstiftung des Mittelalters, die im Falle Ambergs bis zum heutigen Tag besteht. Im Zusammenhang mit verschiedenen Jahrtagstiftungen werden die Spitalbewohner zunächst als "Sieche", dann als "Dürftige" bezeichnet. 1385 wird zum ersten Mal deutlich, dass "Dürftige" neben "Pfründnern" im Spital lebten. Während die "Dürftigen" um Gottes Lohn aufgenommen wurden, kauften sich die Pfründner in das Spital ein. Ursprünglich sollten sie dabei ihren gesamten Besitz für den "Pfründgenuss" übereignen, später begnügte man sich mit einem Teil ihres Vermögens. Die Pfründe umfasste die Gewährung von Wohnung und Kost. Aufgrund einer Speiseordnung des Spitals von 1540 wissen wir, wie die Insassen verpflegt wurden. Hinzu kam täglich eine Maß je nach Pfründe "guten" oder "gemeinen" Biers sowie wöchentlich ein Laib Brot. Zur körperlichen Betreuung zählte aber auch die medizinische Versorgung.

Wenn wir auch wenig über das Miteinander der Spitalbewohner wissen, so wird es doch nicht immer friedlich abgegangen sein. Mit dem Tod griff das "Anfallsrecht" auf die gesamte Fahrnis des Verstorbenen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Bürgerspital (47)König Ludwig der Bayer (2)
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