Pkw-Lenker verliert aus gesundheitlichen Gründen Kontrolle über sein Auto
Horrorunfall fordert zwei Todesopfer

Erst die Hausmauer des OTV-Studios stoppte die tödliche Fahrt des 65-Jährigen mit seinem schweren Hyundai Santa Fe. Die Wand wurde durch den Aufprall stark beschädigt, eine hier stehende Straßenlaterne stürzte auf Frontscheibe und Dach des Geländewagens.
 
Nachdem der Hyundai (links) schon auf der Katharinenfriedhofstraße mehrere Verkehrsschilder umgemäht hatte, krachte er an der Einfahrt zum Kreisel ins Heck eines VW Polo, der durch die Aufprallwucht auf einen Passat an der Einmündung Infanteriestraße geschoben wurde. Der Geländewagen durchpflügte die Verkehrsinsel und den Grünstreifen, um direkt vor dem OTV-Gebäude die beiden Fußgänger am Gehsteig zu erfassen. Bilder: Steinbacher (2)

Zwei Fußgänger tot - überfahren von einem Pkw-Lenker, der vermutlich aus gesundheitlichen Gründen die Kontrolle über sein Auto verlor. Dieses Horrorszenario spielte sich am Samstag gegen 10.30 Uhr am Beethovenplatz ab. Es war am Wochenende trauriges Stadtgespräch. Den aktuellen Bericht darüber im Onetz lasen allein bis heute Abend fast 50.000 Menschen.

Die Todesopfer des dramatischen Geschehens sind zwei Amberger: ein 81-jähriger Mann und eine 83 Jahre alte Frau. Die beiden Senioren waren laut Polizei unabhängig voneinander "zur falschen Zeit am falschen Ort", als die Katastrophe ihren Lauf nahm. Sie begann schon rund 200 Meter vor dem Kreisverkehr in der Katharinenfriedhofstraße und traf die zwei Rentner Sekunden später völlig unverschuldet auf dem Gehsteig am Beethovenplatz vor dem Gebäude von Oberpfalz-TV.

Erst gegen Schilder und VW


Doch der erschütternden Reihe nach: Der 65-jährige Unfallverursacher war mit seiner zwei Jahre jüngeren Ehefrau am Beifahrersitz mit seinem schweren Hyundai-Geländewagen auf der Katharinenfriedhofstraße stadteinwärts unterwegs. Rund 200 Meter vor dem Kreisel soll er gesundheitliche Probleme bekommen und die Herrschaft über sein Fahrzeug verloren haben. Schon auf der Katharinenfriedhofstraße überrollte der Amberger mehrere Verkehrsschilder, um an der Einfahrt zum Kreisel den ersten, nicht ganz so folgenschweren Aufprall auszulösen: Er krachte frontal ins Heck eines VW Polo, der durch die Wucht bis zur Einmündung Infanteriestraße geschoben wurde und dort in die linke Seite eines herannahenden VW Passat stieß. Sowohl dessen Lenkerin, eine 59-jährige Landkreisbewohnerin, als auch die Polo-Fahrerin (87) aus Amberg wurden leicht bzw. mittelschwer verletzt.

Bewusstlos am Steuer


Doch damit war die "Geisterfahrt" des laut Polizei wohl bewusstlos am Steuer sitzenden 65-Jährigen nicht beendet (seine Ehefrau habe diesen Zustand später so geschildert). Der Hyundai Santa Fe marschierte weiter - mittig über die bepflanzte Insel im Kreisverkehr, um dann eine fatale Drehung nach rechts Richtung Gehsteig zu machen. Dort waren der 81- und die 83-Jährige zu Fuß unterwegs und hatten nach Auskunft der Beamten keine Chance mehr, dem schleudernden Wagen, der noch einen Grünstreifen durchpflügte, auszuweichen.

Mit Wucht in Hausmauer


Vor dem Gebäude von OTV nahm das Schicksal seinen Lauf: Die zwei Senioren wurden erfasst und so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle starben. Der Hyundai krachte noch mit Wucht in die Hausmauer des Regionalsenders und kam erst dort zum Stehen. Während der Notarzt nur mehr den Tod der beiden Amberger feststellen konnte, brachten die mit einem Großaufgebot herangeeilten Retter vom BRK die Verletzten in die Krankenhäuser nach Amberg und Sulzbach-Rosenberg.

Vier Verletzte stationär behandelt


Auch der 65-jährige Unfallverursacher und seine Ehefrau erlitten laut Polizei mittelschwere Blessuren. Sie wurden wie die beiden VW-Fahrerinnen stationär behandelt. Bis 15 Uhr war die Unfallstelle, die ein Sachverständiger noch eingehend untersuchte, gesperrt. Die Amberger Feuerwehr leitete den Verkehr weiträumig um. Alle Autos mussten abgeschleppt werden, der Hyundai wurde auf Weisung der Staatsanwaltschaft sichergestellt.

Hintergrund: Schaden stört OTV Auf rund 100 000 Euro schätzt die Polizei den Schaden, der bei dem tödlichen Verkehrsunfall am Beethovenplatz entstanden ist. Das liegt nicht nur an den drei teils stark demolierten Autos, niedergewalzten Verkehrszeichen und einer umgeknickten Straßenlaterne. Schwer traf es auch die westliche Hausfassade des OTV-Studios, die die Geisterfahrt des Hyundai stoppte. Der Geländewagen schlug hier mit Wucht ein, ließ das untere Mauerwerk einbrechen, so dass auch der obere Teil an dieser Ecke einsturzgefährdet war. Ein Statiker veranlasste erste Sicherungsmaßnahmen durchs THW. Hinter der Wand liegt die Heizungs- und Stromversorgung des Senders. Letztere wurde in Mitleidenschaft gezogen, so dass es nach eigener Mitteilung von OTV zu Störungen im Sendebetrieb kam.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.