Poetry-Slam am Gregor-Mendel-Gymnasium
Süßholz raspeln andere

Peter Netta (10c) gewann den Poetry-Slam. Er persiflierte eine Mathestunde in Anlehnung an die Liturgie einer Messe. Bild: Christoph Traub

Der fünfte Poetry-Slam des Gregor-Mendel-Gymnasiums (GMG) hätte eigentlich mehrere Gewinner verdient. Zwar siegte Peter Netta im Finale gegen Martin Süß und wurde so Sieger des Dichterwettbewerbs, doch hatten sich die beiden Finalisten gegen ihre Kontrahenten nur knapp durchgesetzt. "Die Texte waren in diesem Jahr klarer formuliert, noch exakter auf den Punkt gebracht und noch unterhaltsamer als im letzten Jahr", brachte die Modertorin Cornalia Loktew den Wettbewerb auf den Punkt.

Sie und Daniel Pickel waren die Vorjahressieger und schlugen sich auch in ihrer neuen Rolle, durch den Slam zu führen, souverän. Die Starter mussten sich vor einem durchaus kritischen Publikum bewähren: Etwa 340 GMG-Schüler der Mittelstufe waren in die Aula gekommen und begleiteten die Poeten klatschend zu ihren Darbietungen. Doch als sie ihre Werke vortrugen, herrschte oft gespannte Stille. "Hier sieht man, dass unsere Schüler durchaus einen Zugang zu Sprache und Literatur haben", erklärt Schulleiter Peter Welnhofer. "Wir müssen ihnen nur die passenden Rahmen bieten."

Reizvolle Ansätze


Er sei von den Texten der Schüler sehr beeindruckt gewesen, obwohl es dem einen oder anderen jungen Autor noch schwer fiel, an der richtigen Stelle offenbar beabsichtigte Ironie so herauszuarbeiten, dass alle Zuhörer sie verstanden. "Das ist aber kein spezielles Problem des Poetry-Slams, sondern weit verbreitet." Das Themenspektrum war heuer ausgesprochen breit angelegt. Es gab Liebesgedichte an Tassen oder Matheunterricht als Messe persifliert. Die Teilnehmer des Finales ließen sich über Star Wars und die Situation im Schulbus sowie kleine Kinder aus.

Unter den Zuschauern waren nicht nur alle 9.- und 10-. Klässler, sondern auch die Schüler der 8. Jahrgangsstufe. "Sie sollen heuer schon mitbekommen, was im nächsten Jahr auf sie zukommt", erklärte Christian Feja, Organisator des Wettstreits und Deutschlehrer am GMG, dazu. Er will den Poetry-Slam zu einer festen Einrichtung an der Schule machen: "Was in der Unterstufe der Vorlesewettbewerb ist, soll in der Mittelstufe der Poetry-Slam werden."

Immerhin hätten in diesem Jahr fast alle Klassen mitgemacht. "Und sehr bald werden die Schüler schon in der 8. Jahrgangsstufe wissen, was eine Poetry-Slam ist: selbst geschriebene Literatur, gut vorgetragen und viel, viel Spaß und Unterhaltung für das Publikum und die Teilnehmer".
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