Polizei gibt Tipps für Eltern und Verkehrsteilnehmer
Fuß vom Gas und bremsbereit zum Schulbeginn

Hinter der Kelle eines Schülerlotsen gehen Erstklässler. (Foto: dpa)
 
Eltern sollten mit ihren Kindern intensiv den Schulweg üben. (Foto: dpa)

In wenigen Tagen startet das neue Schuljahr. Damit beginnt für Abc-Schützen ein ganz besonderer Lebensabschnitt mit vielen neuen Herausforderungen - auch im Straßenverkehr. Deshalb appelliert die Polizei an alle Verkehrsteilnehmer, besonders rücksichtsvoll und vorausschauend zu fahren und im Bereich von Schulen besonders aufmerksam zu sein. Denn mit Beginn des neuen Schuljahres am 13. September werden viele Schulanfänger noch recht unsicher auf den Schulwegen unterwegs sein.

Damit sie dennoch immer heil ankommen, überwachen die Beamten in der Zeit vom 13. bis 16. September verstärkt die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorgaben im Bereich von Schulen, Kindergärten und stark frequentierten Schulwegen. Auch die Gurtanlege-, Kindersicherungs- und Helmtragepflicht wird schwerpunktmäßig stärker überwacht. Diese Kontrollen finden im Rahmen landesweiter Aktionstage statt.

Neben der Polizei sorgen auch andere Institutionen und ehrenamtliche Helfer, wie beispielsweise Schülerlotsen, für zusätzliche Sicherheit auf den Schulwegen. Aber auch Eltern, Schulen und alle Verkehrsteilnehmer müssen ihren Beitrag für sichere Schulwege leisten – denn das ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Tipps für Verkehrsteilnehmer:


  • Erwachsene sind Vorbilder und sollten immer mit gutem Beispiel vorangehen. Kinder nehmen das Verhalten von Erwachsenen mit wachen Augen wahr und imitieren dabei richtiges, aber eben auch falsches Handeln. Also auch einmal das eigene Verhalten im Straßenverkehr auf den Prüfstand stellen, egal ob als Fußgänger, Rad- oder Autofahrer.

  • Fahren Sie besonders in Wohngebieten, auf Schulwegen, an Haltestellen und rund um Schulen und Kindergärten langsam. Es gilt die Devise: Zum Schutz unserer Kinder runter vom Gas und jederzeit bremsbereit.

  • Beachten Sie die speziellen Regelungen für Autofahrer zur Schrittgeschwindigkeit an Schulbushaltestellen.

  • Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, weswegen immer mit unerwartetem Verhalten zu rechnen ist. Die Jüngsten reagieren im Straßenverkehr möglicherweise nicht so, wie Sie es erwarten.

Tipps für Eltern:


  • In den Monaten Oktober bis Februar müssen die Schüler im Dunkeln oder während der Dämmerung den Schulweg bestreiten. Kleiden Sie ihre Kinder deshalb in helle, gut sichtbare Kleidung. Zusätzliche Reflektoren an den Schulranzen und den Schuhen erhöhen die Erkennbarkeit. Ergänzend hierzu gibt es leuchtend gelbe Sicherheitsdreiecke zum Tragen über der Kleidung für die Erstklässler.

  • Lassen Sie vor dem Schulbeginn keine Hektik aufkommen. Wer morgens früher aufsteht, kann den Tag ruhiger beginnen. Kinder, die in Zeitnot zur Schule hasten, sind unachtsam und machen Fehler im Straßenverkehr. Zeitdruck macht anfällig für Gefahren.

  • Der Schulweg sollte schon vor dem ersten Schultag mit den Kindern wiederholt geübt werden.


Mit Bus oder Bahn zur Schule
  • Fährt das Kind mit Bus oder Bahn zur Schule, sollte das richtige Verhalten beim Ein- und Aussteigen an Haltestellen mit den Kindern besprochen und geübt werden.

  • Möglichst hinsetzen. Wer steht, verliert bei einem plötzlichen Bremsmanöver schnell das Gleichgewicht. Kein Sitzplatz frei? Dann gut festhalten, aber nicht gegen Türen lehnen.

  • Nach dem Aussteigen: Die Fahrbahn erst überqueren, wenn Bus oder Bahn weg sind.


Mit dem Auto zur Schule
  • Wird der Schulweg mit dem Privatauto bewältigt, sollten Eltern ein besonderes Augenmerk auf die richtige Sicherung ihrer Kinder in einem geeigneten Kindersitz richten.

  • Auch hier gilt: Mit gutem Beispiel vorangehen - anschnallen und Tempolimits beachten, gerade vor Schulen und Haltestellen.

  • Das Kind möglichst zum Bürgersteig hin aussteigen lassen.


Zu Fuß zur Schule
  • Suchen Sie mit ihren Kindern den geeigneten Schulweg und gehen diesen schon vor dem großen Tag mehrmals zusammen ab. Weisen Sie die Kinder dabei auf mögliche Gefahrenpunkte und richtige Verhaltensweisen hin. Achten Sie aufmerksam auf das Verhalten ihrer Sprösslinge und wiederholen Sie den Ablauf, bis sich die Kinder sicherer fühlen.

  • Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste. Wählen Sie einen Schulweg mit möglichst wenig Verkehrskreuzungen und schlecht einsehbaren Ausfahrten.

  • Eine grüne Fußgängerampel garantiert den Kindern nicht, dass kein Auto kommt. Erst vom Bordstein losgehen, wenn alle Autos wirklich stehen geblieben sind

  • Der Zebrastreifen ist leider auch nur dann wirklich sicher, wenn sich alle Fahrzeugführer an den Vorrang der Fußgänger halten und das Auto stoppen. Deshalb gilt auch hier: Erst losgehen, wenn die Autos stehen.

  • Der Gehweg ist grundsätzlich für Fußgänger da. Trotzdem lauern Gefahren an Grundstücksausfahrten durch ein- und ausfahrende Autos.

  • Kinder sollten niemals zwischen geparkten Fahrzeugen durchgehen, um eine Straße zu überqueren. Der Autofahrer sieht sie möglicherweise aufgrund der Sichthindernisse viel zu spät.

  • Tauschen Sie die Rollen und lassen Sie sich den Schulweg von Ihrem Kind erklären. So erkennt es Gefahrenstellen häufig selbst.


Mit dem Rad zur SchuleDen Schulweg mit dem Fahrrad zu fahren, klingt für Kinder zunächst sehr verlockend. Allerdings sind jüngere Kinder mit den Regeln, Gefahren und der Geschwindigkeit im Straßenverkehr oft noch überfordert. Die Polizei empfiehlt Eltern deshalb, das Radfahren zur Schule erst nach bestandener Fahrradprüfung zu erlauben. Diese kann in der Regel in der 4. Klasse abgelegt werden.

Besonderer Schutz


Immer dran denken: Kinder sind in aller Regel erst im Alter von circa 14 Jahren in der Lage, komplizierte Vorgänge im Straßenverkehr zu erfassen, Gefahrenlagen zu erkennen, sie einzuschätzen und sich entsprechend zu verhalten. Deshalb genießen sie auch in der Straßenverkehrsordnung besonderen Schutz.
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