Polizei verstärkt Präsenz bei Amberger Hexennacht
Weiber unter Schutz

Jederzeit ansprechbar für die Maskierten: Hin und wieder schwappte der Weiberfasching auch bis zu den Polizeiposten hinter der Martinskirche.
 
Nicht nur die Polizei hatte vorgesorgt, auch der Veranstalter war tätig geworden. Der Stadtmarketingverein hatte einen Security-Service mit der Überwachung der Hexennacht beauftragt. Bilder: Steinbacher (3)
Amberg: Marktplatz |

Nach den Übergriffen an Silvester in Köln hat die Polizei reagiert: Sie zeigte bei der Hexennacht am Marktplatz Präsenz. "Wir wollen signalisieren dass wir ansprechbar sind", sagte Polizeioberrat Robert Hausmann - und die maskierten Damen nahmen ihn beim Wort.

"Bist du echt?", fragte eine schon leicht angeheiterte Frau im Marienkäferkostüm, als sich Hausmann gegen 20 Uhr einen Weg durch die Menge bahnte. Nicht nur der Chef der Polizeiinspektion war echt, sondern auch eine ganze Reihe seiner Kollegen. Sie hatten sich uniformiert und in Zivil rund um den Marktplatz postiert. An den wichtigsten Zugangswegen - am Hallplatz, am Salzstadelplatz und im Mühlhof - standen für jedermann sichtbar jeweils zwei Einsatzfahrzeuge.

Hemmungslose Frauen


"Wir sind durch die Vorfälle der Silvesternacht in Köln natürlich sensibilisiert", erklärte Hausmann. Deswegen hätten sich er und seine Kollegen dazu entschieden, heuer zumindest im Umfeld der Faschingsparty deutlich Präsenz zu zeigen. "Wir wollen signalisieren, dass wir jederzeit ansprechbar sind." Ein Angebot, das die Närrinnen geradezu hemmungslos annahmen. Kaum hatten sich Hausmann und sein Kollege, Polizeisprecher Peter Krämer, in der Nähe der Bühne postiert, hakten sie sich auch schon unter: Hier ein Clown mit roter Perücke, dort eine schwarz-gelb gestreifte Biene, und dann gab es sogar noch ein Küsschen von einer Hexe, die vom Nachmittagstreiben übrig geblieben war.

"Wir wollen, dass die Hexennacht genauso friedlich gefeiert werden kann, wie in den vergangenen Jahren", sagte Hausmann. Für ein Event mit 5000 Besuchern und mehr sei es auch in der Vergangenheit schon relativ gesittet zugegangen. "Wir hatten einmal einen, der eine Flasche geworfen hat", berichtete Krämer. Ein anderes Mal habe die Polizei auch einen sexuellen Übergriff zu Protokoll nehmen müssen. "Im Großen und Ganzen aber hielt sich das alles im Rahmen."

Zivilbeamte im Einsatz


Die Polizisten in Uniform fielen ins Auge. Unerkannt allerdings blieben die Beamten, die sich in Zivilkleidung unter das Partyvolk gemischt hatten. Im Einsatz war dabei unter anderem ein Dokumentationstrupp, Kollegen, die mit Fotoapparat und Videokamera ausgestattet waren. Sie sollten bei kritischen Situationen zusätzlich zu den zu Hilfe gerufenen Polizisten zum Einsatz kommen und das Geschehen dokumentieren. Eine Videoüberwachung der Veranstaltung sei nie in Betracht gezogen worden. "Dafür fehlt die rechtliche Grundlage", erläuterte Hausmann. Ein Umstand, den der Leiter der Polizeiinspektion auch gar nicht bedauert. "Warum sollten wir etwas aufnehmen, das wir für die polizeiliche Arbeit gar nicht benötigen?" Hausmann betonte, dass es im Vorfeld zu keiner Zeit Hinweise auf mögliche Übergriffe gegeben habe.

Am Freitagmittag zog die Polizei Bilanz: keine besonderen Vorkommnisse, lediglich zwei Raufereien und ein Rempler mit Folgen. Bei zwei sich anbahnenden Auseinandersetzungen gingen Beamte dazwischen. "Dabei war jedes Mal Alkohol im Spiel", sagte Polizeisprecher Dieter Muschler. "Insgesamt können wir zufrieden sein. Es ist nicht mehr passiert, als an einem ganz normalen Wochenende." Was bleibt, sind der eine oder andere Brummschädel und die Glassplitter zwischen den Pflastersteinen.

Wir sind durch die Vorfälle der Silvesternacht in Köln natürlich sensibilisiert. Wir wollen signalisieren, dass wir jederzeit ansprechbar sind.Polizeioberrat Robert Hausmann

Artikel und Bilder im Internet:www.onetz.de/bildergalerie
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