Professor Dr. Georg Späth geht in Ruhestand
Vom OP hinaus in die weite Welt

OB Michael Cerny, Klinikumsvorstand Manfred Wendl (von links) und ärztlicher Direktor Dr. Harald Hollnberger (rechts) verabschiedeten Professor Dr. Georg Späth (Zweiter von rechts), der 17 Jahre lang Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie war. Für den Ruhestand haben er und seine Frau, Dr. Ingeborg Späth (Mitte), sich einiges vorgenommen: Das Paar will eine Weltreise machen. Bild: Hartl

Erst wollte er Astrophysiker werden, später Augenarzt. Und dann Chirurg. Letzteres klappte. Und sogar ein Herzenswunsch erfüllte sich: Chefarzt einer großen Klinik zu werden. Jetzt, nach 17 Jahren am Klinikum St. Marien, zieht es Professor Dr. Georg Späth im Ruhestand hinaus in die große, weite Welt.

Zahlreiche Kollegen und Mitarbeiter des Klinikums, aber auch niedergelassene Ärzte waren am Mittwochabend in den großen Rathaussaal gekommen, um Professor Dr. Georg Späth, der 17 Jahre lang die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie leitete, gebührend zu verabschieden. Klinikumsvorstand Manfred Wendl dankte Späth für dessen "unermüdlichen Einsatz für das Wohl unserer Patienten, für die Weiterentwicklung der Klinik und für die fachliche Kompetenz". Es sei immer Späths Herzenswunsch gewesen, Chefarzt einer großen Klinik zu werden, sagte Dr. Harald Hollnberger, ärztlicher Direktor von St. Marien. "Dieser Wunsch ließ sich in Amberg realisieren."

Von Bonn nach Amberg


Vor 17 Jahren war Späth von der rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn, wo er als stellvertretender Direktor tätig war, in die mittlere Oberpfalz gekommen, "um hier die Chirurgie ins neue Jahrtausend zu führen und weiterzuentwickeln."

Späth habe die Spezialisierung in der Chirurgie, ähnlich wie in anderen Fachgebieten, unterstützt. Hollnberger blickte zurück: 2003 ging aus einer großen chirurgischen Abteilung die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie hervor, 2011 dann die Klinik für Gefäßchirurgie. "Aus einer Fachabteilung wurden also drei, die inhaltlich so zusammenarbeiten, dass die Assistenzärzte gemeinsam im Rotationsverfahren mit fixen Zeitplänen ihre Facharztausbildung absolvieren können."

Hollnberger erklärte weiter, dass Späth in seinem eigenen Fachgebiet, der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, maßgeblich den Ausbau der Schwerpunktversorgung vorangetrieben habe, "obwohl Mindestmengen und andere Konzentrationsprozesse im Gesundheitswesen eher schlechte Rahmenbedingungen boten." Große Operationen an Leber, Bauchspeicheldrüse und Lunge seien heute ebenso gängiger Standard wie die Schlüssellochchirurige oder die Chirurgie bei Tumoren des Darms. Der ärztliche Direktor von St. Marien würdigte auch Späths Verdienste um das Darmkrebszentrum, dessen Leiter er war, und das 2011 gegründete Onkologische Zentrum. "Ohne Mitstreiter wie Sie wäre diese Entwicklung an unserem Klinikum in diesen zeitlichen Dimensionen nicht möglich gewesen", so Hollnberger. Geradlinig, zielstrebig und konsequent: So charakterisierte der ärztliche Direktor den ausscheidenen Chefarzt, der sich entschieden hat, vorzeitig in Ruhestand zu gehen.

Wärmer als im OP


OB Michael Cerny stellte angesichts der Hitze im großen Rathaussaal fest, dass es im Gegensatz zu den Temperaturen im OP "hier und heute deutlich wärmer ist". Auch er dankte Späth für die geleistete Arbeit in den vergangenen 17 Jahren. Zum Abschied überreichte er ihm eine Uhr mit dem Wappen der Stadt Amberg. Oft sei ja von der Zeitnot in der Arbeit die Rede, sagte der OB. "Aber ob die Zeitnot im Ruhestand geringer wird, weiß ich nicht." Er wünschte Späth, dass er Zeit finde für die Dinge, die er sich vorgenommen habe.

Späth selbst zeigte sich überwältigt von den Abschiedsworten. Er verriet, dass er als Kind Astrophysiker werden wollte. Als er im Jugendalter eine Brille trug, wollte er Augenarzt werden. Als er im Krankenpflege-Praktikum einmal im OP war, stand für ihn fest: "Ich werde Chirurg."

Medizin funktioniere nur im Verbund mit vielen Kollegen, sagte Späth und schloss in diesen Kreis neben den Ärzten und Pflegern auch die Verwaltung ein. "Ich will von Tag zu Tag jeden einzelnen Tag bewusst leben", gab er als Devise für seinen Ruhestand aus. "Ich wünsche der Amberger Chirurgie und der Klinik eine glänzende Zukunft", lauteten seine abschließenden Worte.

In der Dritten WeltAuf Professor Dr. Späths Pläne, nämlich eine Weltreise mit seiner Frau, hob auch ärztlicher Direktor Dr. Harald Hollnberger in seinen guten Wünschen für den Ruhestand ab: dass Späth seinen Sprachwortschatz für die vielen Länder, die er bereisen will, noch ausbauen kann; mit seinen neuen Kontaktlinsen fürs Tauchen auch direkte Einblicke in neue, wunderbare Welten erhält; seinen Wunsch, als Chirurg auch in Entwicklungsländern tätig zu werden, realisieren kann; dass er auf seinen Reisen sich und seiner Frau auch mal eine Backpacking-Pause in einem Hotel gönnt. (san)


Globus-WasserballFür den Ruhestand hat sich Professor Dr. Georg Späth etwas ganz Besonderes vorgenommen: Mit seiner Ehefrau Dr. Ingeborg Späth will er eine Weltreise unternehmen. Wie er selbst sagte, soll es schon bald losgehen, noch im Sommer will das Paar seine Pläne umsetzen. Und auch die Geschenke, die der langjährige Leiter der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie bei seiner Verabschiedung bekam, waren darauf abgestimmt. Klinikumsvorstand Manfred Wendl warf ihm einen Wasserball mit der Weltkugel zu, überreichte ihm ein Buch mit den schönsten Sehenswürdigkeiten auf dieser Welt, ein Erste-Hilfe-Set für alle Fälle, eine Auswahl an verschiedenen Sorten von grünen Tee aus verschiedenen Ländern und Wein, den Späth mit seiner Frau genießen könne. (san)
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