Provinzialbibliothek stellt Sammelband „Buchkultur in Oberpfälzer Klöstern“ vor
Lauschen so wichtig wie das Lesen

Bei der Buchvorstellung in der Provinzialbibliothek (von links): Christian Malzer, Franz Meier, Siglinde Kurz, Georg Schrott, Abt Beda Maria Sonnenberg und Manfred Knedlik. Bild: Hartl

Wenn Mönche "zu Büchern werden": In der Provinzialbibliothek wurde der neue Sammelband "Armarium - Buchkultur in Oberpfälzer Klöstern" vorgestellt, der von Georg Schrott, Christian Malzer und Manfred Knedlik herausgegeben wurde. Zum öffentlichen Festvortrag von Abt Beda Maria Sonnenberg aus der Benediktinerabtei Plankstetten hatten sich viele Zuhörer im barocken Lesesaal der Bibliothek versammelt. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Vokalensemble Vox Aeterna.

Unter dem Titel "Was Mönche heute lesen..." entführte Festredner Abt Sonnenberg das Publikum in seine Heimatabtei Plankstetten. Angereichert mit fränkischem Humor erläuterte er grundlegende Aspekte zum Lesen im Kloster. Während dessen historische Entwicklung ausgiebig in der vorgestellten Neuerscheinung nachgelesen werden kann, richtete Abt Sonnenberg seinen Blick auf die Gegenwart. In seinem Vortrag versuchte der Benediktiner deutlich zu machen, wie der Mönch als Leser und Hörer "selbst zum Buch wird".

Beispiel Plankstetten


Am Beispiel seines eigenen Tagesablaufs vermittelte er ein Bild davon, zu welchem Zweck, zu welchen Zeiten und an welchen Orten auch heute noch in einem Kloster gelesen wird. Mindestens ebenso wichtig wie das eigene Lesen ist dabei das Lauschen des vorgelesenen Wortes - etwa beim Essen. Gelesen werden in Plankstetten nicht nur religiöse Literatur-Werke, sondern auch aktuelle Veröffentlichungen, die die Welt hinter die dicken Klostermauern holen sollen. Das Buch sei ein ebenso traditionelles wie unersetzliches Medium, das den Konvent mit der modernen Welt verbindet. Durch meditative Übungen soll der Mönch das Gelesene oder Vorgelesene aufnehmen, so allmählich verinnerlichen und selbst "zum Buch werden".

Zum Schluss vermittelte Manfred Knedlik stellvertretend für das Dreigestirn der Herausgeber einen Überblick über die Neuerscheinung, die Beiträge namhafter internationaler Fachleute sowie junger Nachwuchsforscher aus der Region vereint und zahlreiche neue Einblicke in die Geschichte der Oberpfälzer Klosterbibliotheken liefert.

Weitere Aufsätze


Der Band beruht auf den Vorträgen der Tagung "Armarium - Buchkultur in Oberpfälzer Klöstern", die im vergangenen Jahr in der Provinzialbibliothek stattfand - erweitert um zwei weitere Aufsätze zur Bibliothek des Franziskanerklosters in Amberg sowie die der Bettelorden in der Oberpfalz. Zusammengefunden hatten sich beim 3. Oberpfälzer Kloster-Symposion zahlreiche Fachwissenschaftler, Heimatforscher und Laien zur Diskussion und fruchtbarem Austausch. In den Mittelpunkt rücken neben thematischen Zugängen zur Papierproduktion, zu mittelalterlichen Farbrezepten oder den geologischen und medizinischen Buchsammlungen der Abteien auch einzelne bekannte Klöster wie Speinshart oder Waldsassen.

"Mit seinen elf Beiträgen bietet der Band ein breites bibliotheksgeschichtliches Spektrum zu den Ordenshäusern der Oberpfalz", steht dazu in einer Mitteilung.

Der Band kann ab sofort zum Preis von 18,90 Euro bei der Provinzialbibliothek Amberg bezogen werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Provinzialbibliothek (2)Oberpfälzer Klöster (2)
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