Prozess gegen 20-Jährigen
Messer in den Hals gerammt

Symbolbild: dpa

Der Mann schweigt. Das haben ihm wohl seine beiden Anwälte geraten. Tatsache aber ist: Der vor wenigen Tagen 20 Jahre alt gewordene Kosovo-Albaner zog in einer Aprilnacht letzten Jahres ein Messer und bohrte die Klinge mehrfach in den Körper eines 17-Jährigen aus der Ukraine. Das Opfer erlitt mehrere stark blutende Wunden. Darunter auch eine am Hals.

Der Zufall und die Flüchtlingsströme nach Deutschland führten alle zusammen. Sie trafen in einem Haus aufeinander, das in Seugast (Kreis Amberg-Sulzbach) steht und Asylbewerber beherbergt. Dies geschah seinerzeit in etlichen Räumen, wobei einige der Zimmer gemeinschaftlich genutzt wurden. Der jetzt wegen versuchten Totschlags vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Amberg sitzende Kosovare hätte sich eigentlich in Neusorg (Kreis Tirschenreuth) aufhalten müssen. Doch diese Weisung schien ihm egal. Er war ständiger Gast bei einer jungen Frau, die mit ihrem Kind in dem Seugaster Anwesen eine Bleibe zugewiesen bekommen hatte. Um die Kindsmutter ging es dann auch, als sich aus eher nichtigen Gründen gegen 22.30 Uhr die Gewalttat entwickelte. Der junge Ukrainer war in einen Wortwechsel mit der Frau geraten, hatte offenbar beleidigende Worte gebraucht.

Keine Gegenwehr


Daraufhin trat ihr Freund auf den Plan und fackelte nicht lange. Er griff sich den damals 17-Jährigen, der erst auf den Boden und dann rücklings auf ein Sofa fiel. Nach Faustattacken zog der Kosovare ein Messer aus der Tasche und stach zu. Die Klinge traf den Hals, sie bohrte sich in eine Schulter und ins linke Bein des Opfers. Der Ukrainer will keinerlei Gegenwehr geleistet haben. Aus zweierlei Gründen: Er sah für sich keine Chance gegen den Angreifer und setzte, weil Sympathisant für die Thesen der Zeugen Jehovas, auf Gewaltlosigkeit.

Mutter schreitet ein


Als bereits Blut floss, mischte sich die Mutter des Opfers ein. Die 38-Jährige ging dazwischen, schritt beherzt ein und zog den Kosovaren von ihrem Sohn weg. "Ich habe etwas in seiner Hand blitzen gesehen", schilderte sie jetzt den Richtern. Das Messer warf der Täter auf seiner Flucht weg. Er lief aus dem Haus, türmte mit einem Fahrrad und wurde später im Amberger Asylbewerberheim festgenommen. Die Waffe hat man bis heute nicht gefunden.

Wer ist dieser Angeklagte, der nun vor den Richtern sitzt? In seiner Heimat soll er eine schwere Körperverletzung, womöglich sogar ein Tötungsdelikt, begangen haben. Genaues wissen die deutschen Behörden nicht. Wohl aber steht in den Akten, dass man ihn im Frühjahr 2015 wegen der mutmaßlichen Zugehörigkeit zu einer weiträumig im nordbayerischen Raum agierenden Diebesbande beobachtete. Fahnder aus Erlangen überwachten damals sein Handy und fingen eine SMS auf, der sich Hinweise auf die Vorgänge in Seugast entnehmen ließen. Daraufhin lösten sie Alarm bei ihren Kollegen in Amberg aus. Tenor der Mitteilung: "Da könnte eine Leiche liegen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.