Prozess gegen drei Tschechen, die Autos stahlen
Bandandiebe auf Tour

Amberg/Schwandorf. Sie kamen mit Brechwerkzeug, hatten aber auch modernste Technik dabei. Drei Tschechen gingen im Raum Schwandorf auf nächtliche Diebestouren, klauten Autos, nahmen Motorräder mit und kehrten sogar mit einer fahrbaren Estrichmaschine nach Böhmen zurück.

Der 29-jährige Mann besaß Erfahrung als Kfz-Mechaniker, brachte ein Laptop mit und hatte darauf die Diagnose-Software von VW-Automobilen gespeichert. Mit seinen beiden Kumpels, 30 und 29 Jahre alt, ging er vom mittelböhmischen Kleinstädtchen Vlasim aus mit einem geliehenen Pkw auf nächtliche Reisen in den Raum Schwandorf. Hinfahrt in einem Auto, Rückfahrt meist mit mehreren. Vor dem Amberger Landgericht wird den drei Tschechen nun der Prozess gemacht. In der Anklageschrift stehen Fahrzeugdiebstähle in Schwandorf, Wackersdorf, Schwarzenfeld und Pfreimd. Immer nach dem gleichen Muster: Erst wurden die an Straßenrändern geparkten Personenwagen der Marke Volkswagen (VW) ausgekundschaftet, dann stachen die Diebe an den insgesamt fünf Pkw ein Türschloss auf.

Als das meist weit nach Mitternacht erfolgreich vonstatten gegangen war, trat der Kfz-Mechaniker in Aktion, schaltete sein Laptop ein und startete die Autos per VW-Diagnosesoftware. Mitunter nahmen die Männer aber auch Motorräder mit, klauten ein vierrädriges Quad und holten sich in Pfreimd eine Estrichmaschine im Wert von 40 000 Euro.

Umfassende Geständnisse


Vor der Ersten Strafkammer legten die des schweren Bandendiebstahls angeklagten Tschechen nun umfassende Geständnisse ab. Zuvor hatten die Richter den beiden Haupttätern Haftstrafen zwischen knapp vier und viereinhalb Jahren zugesichert. Der dritte Beschuldigte könnte, so deutete es die Strafkammer an, mit einer Bewährungsstrafe davonkommen. Er war nur an einem der Beutezüge beteiligt.

Ein Teil der Autos wurde in Böhmen verkauft, andere Fahrzeuge in Einzelteile erlegt. Das große Finale der Diebestouren spielte sich heuer am 5. Januar auf der Autobahn kurz vor der Grenze ab. Dort wartete die Polizei. Sie nahm zunächst einen der Täter fest. Er war kurz zuvor aus einem in Schwandorf gestohlenen VW Sharan gesprungen, auf dessen Rücksitzen ein geklautes Krad verstaut worden war. Seine Komplizen, bereits in Tschechien, kehrten hilfsbereit auf deutsches Gebiet zurück, um ihren Freund zu holen. Auch sie gingen Uniformierten ins Netz.

Das Verfahren ist vorläufig auf vier Verhandlungstage angesetzt. Gewiss ist, dass noch ein vierter Tscheche mit in die Oberpfalz kam. Doch seine Identität wollen die Angeklagten nicht nennen.
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