"Pulverschneefliegen"
Denn der Arber liegt so nah

Sie nennen es "Pulverschneefliegen". Der Blick, der sich ihnen dabei erschloss, versetzte selbst alte Hasen der Luftsportgruppe Amberg (LSG) in Erstaunen.

Eine Woche eisige Kälte. Das war genau das, was sich die Amberger Flieger lange gewünscht hatten. Bei derartigen Minusgraden verwandelt sich der sonst in den Wintermonaten meist matschige Flugplatz Rammertshof in eine steinharte Piste, überzogen mit einer Schicht feinsten Pulverschnees. Perfekte Voraussetzungen für einen Winterflug. Als am Freitag zudem die Sonne den Nebel auflöste, gab es für fünf LSG-Piloten kein Halten mehr. Viel zu lange war der letzte Flug her. Schlechtes Wetter, feuchter Platz und "unfliegbares" Wetter hatten für die typische Winterpause gesorgt.

Mit neuem Motor zurück


Seit Anfang Dezember war der Motorsegler (Mose) wieder von einem Wartungsbetrieb zurück und fristete - ausgestattet mit einem brandneuem Motor - ein untätiges Dasein in der Halle der LSG, die weit überwiegend das Segelfliegen pflegt. Schon die ganze vergangene Woche hatten jedoch die Mose-Piloten auf gutes Wetter spekuliert, und der zuständige Motorseglerwart Georg Lehner machte das Flugzeug einsatzbereit. Am Freitag war das Pokerspiel zu Ende: klarer Himmel und eisige Temperaturen.

Gegen Mittag konnte die Maschine aus der Halle in die strahlende Sonne geschoben werden, sie wurde betankt und gründlich durchgecheckt. Lehner ließ es sich nicht nehmen, der Flugschülerin Lisa gleich noch ein paar wichtige technische Hinweise mit auf den Weg zu ihrem ersten Start im Schnee zu geben. Die Segelfliegerin und Mose-Aspirantin war bisher nur bei Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt in der Luft.

Fantastische Sicht


Nach sorgfältigem Warmlaufen des Motors und des Prüfens aller Instrumente, war es auch in der Maschine angenehm warm und die eisige Kälte draußen fast vergessen. Der Start auf gefrorener Piste gestaltete sich unspektakulär, die Aussicht, die sich 800 Meter weiter oben bot, war allerdings auch für erfahrene Flieger über Amberg atemberaubend. Es hatte sich eine sogenannte Inversionswetterlage gebildet, oben wärmer als unten. Das hat zur Folge, dass über einer Dunstschicht in Bodennähe glasklare Sicht herrscht. Kaum hatte der Motorsegler die nötige Höhe überstiegen, schon bot sich ein fantastischer Blick in Richtung Osten. Am Horizont konnte man in 800 Meter über Grund von der Mariahilfbergkirche bis zum Arber blicken.

Zudem entstand der Eindruck, schon in die Stratosphäre (15 000 bis 50 000 Meter) gestiegen zu sein. Nur der Höhenmesser und ein paar Verkehrsflugzeuge über dem Mose-Cockpit holten die Flieger auf den Boden der 800-Meter-Tatsachen zurück. Nach Lisas 30-minütiger Runde machten sich noch die beiden Vorsitzenden Alexander Krone und Jörg Pfab zusammen mit Fluglehrer Egfried Trautenberg auf, sich dieses Erlebnis nicht entgehen zu lassen.
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